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Innere II: Klinik für Pneumologie, Internistische Intensivmedizin, Infektiologie und Schlafmedizin

Schlafmedizin

Rund 30 Prozent der Deutschen berichten, zumindest zeitweilig an einer Ein- beziehungsweise Durchschlafstörung (=Insomnie) zu leiden; zirka elf Prozent geben an, ihren Schlaf häufig oder ständig als nicht erholsam zu erleben. Rund vier Prozent der Allgemeinbevölkerung berichten, eine schwere Insomnie zu haben, die meistens schon länger als ein Jahr besteht. Aus diesen wenigen Zahlen geht die große Bedeutung der Schlafmedizin hervor.

Im Jahre 2001 wurde von der DGSM (= Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin) die Leitlinie „Nicht erholsamer Schlaf“ veröffentlicht. Der Begriff „Nicht erholsamer Schlaf“ umfasst alle Schlafstörungen und die u.U. vorliegende Tagesmüdigkeit (= Hypersomnie).

Diese Leitlinie beschreibt die diagnostischen und therapeutischen Schritte bei Patienten mit der Beschwerde „Nicht erholsamer Schlaf“. Sie ist für das Schlaflabor des Klinikums Lüdenscheid Grundlage seiner Arbeit. In der Leitlinie wird die internationale Klassifikation der Schlafstörungen (ICSD) berücksichtigt. In dieser Klassifikation werden über 80 Ursachen für alle Schlafstörungen angegeben.

ICSD – Klassifikation der Schlafstörung

1. Dyssomnien (Störung des Schlafes)

  • Intrinsische Schlafstörungen (vom Inneren des Körpers verursachte Schlafstörung)
    z.B. obstruktive und centrale Schlafapnoe
  • Extrinsische Schlafstörungen (von außen auf den Körper einwirkende Schlafstörung)
    z.B. Schlafstörung bei Umweltstörung
  • Störungen des zirkadianen Schlafrhythmus
    z.B. Schlafstörung bei Zeitzonenwechsel (Jetlag bei Transatlantikflügen)

2. Parasomnien (abnorme Bewegungen im Schlaf)

  • Aufwachstörungen, z.B. Schlafwandeln
  • Störungen des Schlaf-Wach-Überganges, z.B. Einschlafzuckungen
  • Traum-Schlaf Parasomnien, z.B. Alpträume
  • Andere Parasomnien, z.B. Zähneknirschen

3. Schlafstörungen bei körperlichen/psychiatrischen Erkrankungen

  • Schlafstörungen bei psychiatrischen Erkrankungen, z.B. Angststörungen
  • Schlafstörung bei neurologischen Erkrankungen, z.B. M. Parkinson
  • Schlafstörungen bei anderen körperlichen Erkrankungen, z.B. COPD

4. Andere Schlafstörungen

Als pneumologische Fachabteilung spielen für uns  die schlafbezogenen Atmungsstörungen eine große Rolle:

  • Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
  • Zentrales Schlafapnoe-Syndrom
  • Periodisches Atmen
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung
  • Asthma bronchiale
  • Hypoventilationssyndrome

Neben diesen schlafbezogenen Atmungsstörungen müssen von einem akkreditierten Schlaflabor auch alle anderen Schlafstörungen diagnostiziert werden können.