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03.09.2026

Neue Behandlungsmöglichkeit bei komplexen Aortenaneurysmen am Klinikum Lüdenscheid.

Gefäßchirurgie setzt erstmals neue Spezialprothese zur minimalinvasiven Behandlung der Hauptschlagader ein

Die Klinik für Gefäßchirurgie am Klinikum Lüdenscheid erweitert ihre Behandlungsmöglichkeiten für Patientinnen und Patienten mit komplexen Erkrankungen der Hauptschlagader. Unter der Leitung von Klinikdirektor Dr. med. Omar Khader wurde erstmals eine spezielle verzweigte Gefäßprothese eingesetzt, mit der sich bestimmte Aortenaneurysmen im Brust- und Bauchbereich minimalinvasiv behandeln lassen.

Ein Aortenaneurysma ist eine krankhafte Erweiterung der Hauptschlagader. Sie verursacht häufig lange Zeit keine Beschwerden und wird deshalb nicht selten zufällig bei einer Untersuchung entdeckt. Nimmt die Erweiterung jedoch stark zu, kann die Gefäßwand reißen. Dann besteht akute Lebensgefahr.

Besonders anspruchsvoll ist die Behandlung, wenn sich ein Aneurysma über den Brust- und Bauchraum erstreckt und dabei Gefäßabgänge betroffen sind, die unter anderem Nieren, Darm und Leber mit Blut versorgen. In solchen Fällen kommt nicht jede herkömmliche Gefäßprothese infrage. Gleichzeitig kann eine große offene Operation insbesondere für ältere Menschen oder Patientinnen und Patienten mit Begleiterkrankungen eine erhebliche körperliche Belastung darstellen.

Für ausgewählte Patientinnen und Patienten steht am Klinikum Lüdenscheid nun eine weitere Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung. Erstmals hat das Team der Gefäßchirurgie eine neue spezielle Gefäßprothese für die Behandlung komplexer Aortenaneurysmen im Übergang von Brust- und Bauchraum implantiert. Die Behandlung komplexer Erweiterungen der Hauptschlagader mit speziellen Gefäßprothesen, die über gezielte Öffnungen oder Abzweigungen verfügen, wird am Klinikum Lüdenscheid bereits seit Jahren durchgeführt. Eine Besonderheit stellt nun der Einsatz der neuen Prothese dar, die in Deutschland bislang nur an wenigen spezialisierten Kliniken verfügbar ist.

Die Besonderheit der Prothese liegt in ihrem Aufbau: Sie verfügt über mehrere Seitenarme, über die wichtige Gefäße weiterhin mit Blut versorgt werden können. Während des Eingriffs wird die zusammengefaltete Prothese über kleine Zugänge in den Leistenarterien durch die Blutgefäße bis zur erkrankten Stelle der Hauptschlagader vorgeschoben. Dort wird sie entfaltet und so positioniert, dass das Aneurysma vom Blutstrom ausgeschlossen wird. Gleichzeitig bleiben die Abgänge zu lebenswichtigen Organen erhalten.

Anders als bei einer offenen Operation ist dafür kein großer Schnitt im Brust- oder Bauchraum notwendig. Das kann die körperliche Belastung des Eingriffs verringern und die anschließende Erholung erleichtern. Ob diese Behandlung infrage kommt, hängt jedoch von der individuellen Erkrankung und insbesondere von der Anatomie der Gefäße ab und muss sorgfältig geprüft werden.

Ein weiterer Vorteil des neuen Prothesensystems ist die kurzfristige Verfügbarkeit der verwendeten Prothese. Für bestimmte komplexe Aortenaneurysmen kommen auch individuell für einzelne Patientinnen und Patienten angefertigte Gefäßprothesen zum Einsatz. Deren Herstellung kann mehrere Wochen dauern. Das nun eingesetzte System steht dagegen in standardisierter Form zur Verfügung und kann deshalb bei geeigneten Patientinnen und Patienten zeitnah eingesetzt werden.

„Die erfolgreiche Implantation der neuen verzweigten Gefäßprothese unterstreicht die hohe Expertise unseres Teams in der modernen endovaskulären Aortenchirurgie“, sagt Dr. med. Omar Khader, Klinikdirektor der Klinik für Gefäßchirurgie. „Wir freuen uns, unseren Patientinnen und Patienten damit eine weitere schonende Behandlungsmöglichkeit anbieten zu können.“

Auch Dr. Thorsten Kehe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Märkischen Kliniken, sieht in der neuen Prothesentechnologie vor allem einen Gewinn für die Patientenversorgung: „Neue medizinische Verfahren sind für uns kein Selbstzweck. Entscheidend ist, dass sie den Menschen zugutekommen und Behandlungsmöglichkeiten eröffnen, die bislang nur eingeschränkt zur Verfügung standen. Dass wir ein solches spezialisiertes Verfahren nun auch am Klinikum Lüdenscheid anbieten können, ist vor allem der fachlichen Kompetenz und dem großen Engagement unseres Teams zu verdanken. Damit stärken wir die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit komplexen Gefäßerkrankungen hier in der Region.“

Mit dieser Prothese erweitert die Klinik für Gefäßchirurgie am Klinikum Lüdenscheid ihr Spektrum bei der Behandlung komplexer Erkrankungen der Hauptschlagader. Welche Therapie geeignet ist, wird nach eingehender Diagnostik und sorgfältiger Abwägung für jede Patientin und jeden Patienten individuell entschieden.

Für Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen der Hauptschlagader bietet die Klinik für Gefäßchirurgie eine spezielle Aorten-Sprechstunde an. Diese findet montags von 12:00 bis 14:00 Uhr statt. Für weitere Gefäßerkrankungen steht die gefäßchirurgische Sprechstunde montags bis donnerstags von 08:00 bis 15:00 Uhr sowie freitags von 08:00 bis 13:00 Uhr zur Verfügung. Die Privatsprechstunde von Klinikdirektor Dr. med. Omar Khader findet freitags von 08:00 bis 10:00 Uhr sowie nach individueller Vereinbarung statt.

OP-Team von Dr. KhaderRöntgenbild