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08.03.2018, Lüdenscheid

Rund um den Kinderfuß

„Es gibt doch nichts schöneres auf der Welt, als speckige Babyfüße, oder?“, begrüßte Kristine Helmus, Physiotherapeutin in der Klinik für Kinder und Jugendliche am Klinikum Lüdenscheid, ihre Zuhörer am Dienstagabend und erntete prompt grinsende und nickende Gesichter. In ihrem Vortrag erklärte die Expertin verschiedenste Fehlstellungen des Fußes, stellte Unterstützungs- und Behandlungsmöglichkeiten vor und gab außerdem ganz praktische Tipps, was man bei einem Schuhkauf für die Kleinsten unbedingt beachten sollte.

„Ich sage immer, die Füße sind der Keller unseres Körpers. Ist der Keller krumm und schief, ist auch das Dach krumm und schief. Sind unsere Füße krumm, kann das auch Auswirkungen auf die Wirbelsäule, die Hüfte oder sogar den Kiefer haben“, weiß Kristine Helmus. Und mal ehrlich, wann denkt man schon über seine Füße nach? Doch höchstens, wenn der Schuh mal drückt. Deshalb forderte die Referentin ihre Besucher auch gleich mal auf, die bequeme Sitzhaltung zu verlassen und sich auf die Zehenspitzen und die Ferse zu stellen. „Na, wie fühlt sich das an?“, regte Helmus die Besucher an, mal wieder genauer das eigene Körpergefühl wahrzunehmen.

Die Füße von Neugeborenen sind noch völlig unentwickelt, haben keine Fußwölbung und kaum Muskulatur. Was für Erwachsene oft unsichtbar ist, Babys trainieren schon wahnsinnig viel mit ihren Füßen. Beispielsweise wenn sie auf dem Rücken liegen, ihre Fußsohlen aufeinander legen oder mit den Zehen spielen. All das ist, wenn man so will, Fußtraining. Wie Eltern das unterstützen können? Das Erfolgsrezept ist einfach und altbekannt: die Krabbeldecke, wo sich die Kleinen ganz frei und natürlich bewegen können. Für die ersten Gehversuche sind Antirutschsocken außerdem sehr hilfreich. Überhaupt sollte man mit den ersten Schuhen so lange warten, bis die Kleinkinder schon längere Strecken laufen können. Die erfahrene Physiotherapeutin stellte dann verschiedene Fehlstellungen und Behandlungsmöglichkeiten vor. Vom bekannten Knick-Senk-Fuß über den Plattfuß bin hin zum Klumpfuß. „Konservative Maßnahmen wie ständiges Barfußlaufen und die Kräftigung der Fußmuskulatur mit speziellen Übungen sind wichtig. Mit Orthesen und Einlagen alleine, ist es nicht getan“, warnt Kristine Helmus.

Und am Ende des Vortrags gab es dann noch die goldenen Regel für den Schuhkauf beziehungsweise den perfekten Kinderschuh: leicht, maximal beweglich und verdrehbar in alle Richtungen, keine Fußbettung und keinen Absatz sollte er haben. Nicht zu groß und nicht zu klein darf er sein. Außerdem riet die Expertin den Schuh regelmäßig zu wechseln. Und für die eigenen vier Wände gilt ohnehin: barfuß oder mit „Stoppersocken“.

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