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Klinik für Anästhesie und Schmerzmedizin

Epiduroskopie

Die Epiduroskopie ist ein endoskopisches Verfahren zur Diagnose und Therapie rückenmarksnaher Schmerzsyndrome. Für die rückenmarksnahe Diagnostik und Therapie von Schmerzsyndromen stellt die Endoskopie des Epiduralraums - Epiduroskopie (EDS) - ein neues, ergänzendes, bildgebendes Verfahren dar.

Durch die perkutane Epiduroskopie werden dem Untersucher Anatomie und Dynamik des Epiduralraums sowie ein visuelles Verständnis für die topographische Region vermittelt. Die elektronische Bildverarbeitung ermöglicht neben einer guten Detailerkennung epiduraler Strukturen auch eine räumliche Wiedergabe.

Neben der epiduroskopischen Diagnostik können mit dem Epiduroskop Katheter oder Elektroden sicher platziert werden. Aus den rückenmarksnahen Räumen können unter endoskopischer Sicht u.a. Probeexcisionen vorgenommen werden. Als ein mikro-invasives endoskopisches Verfahren bereichert die perkutane EDS die epiduralen diagnostischen Möglichkeiten als auch das therapeutische Spektrum in der Schmerztherapie. Die EDS leistet einen wichtigen Beitrag zur erhöhten Patientensicherheit und Qualitätskontrolle. 

Instrumentarium

Als endoskopische Systeme werden zwei unterschiedliche Epiduroskope verwendet:

  • Flexible Kathetergesicherte Epiduroskopische Einheit
    Für den interlaminaren zervikalen thorakalen oder lumbalen Zugang ist die Flexible Kathetergesicherte Epiduroskopische Einheit mit einem Außendurchmesser von 1,2 mm entwickelt worden. Die endoskopische Untersuchungseinheit besteht aus einem ultradünnen Fiberskop (Durchmesser außen 0,75 mm) mit einem Katheter-Schutz und -Spülsystem in Verbindung mit einer videotechnischen Einrichtung.
  • Flexibles Epiduroskop
    Dieses, für den sakralen Zugang konzipierte Epiduroskop mit einem Außendurchmesser von 2,5 mm, beeindruckt vor allem durch seinen großen Blickwinkel und die Flexibilität des steuerbaren distalen Endes (1200 aufwärts, 1700 abwärts) sowie einem Arbeitskanal von 1,2 mm Durchmesser.
  • Zusatzausstattung
    Zur Darstellung der endoskopischen Bilder und zur S-VHS-Videoaufzeichnung werden die Epiduroskope mit der KARL STORZ-Endovision Videokamera (TELECAM (r) SL) sowie einem Farbmonitor mit angeschlossenem Videorecorder verbunden. Das endoskopische Equipment kann mit einer Röntgen-Fernseh-Durchleuchtungskette mit S-VHS-Aufzeichnungsmöglichkeit ergänzt werden. 

Untersuchungstechnik

Die Durchführung einer EDS setzt unbedingt Kenntnisse in der Endoskopie und Erfahrungen in der Epiduroskopie voraus. Als Vorbereitung zur Epiduroskopie sind die Erhebung der Anamnese, klinische Untersuchung und die Einordnung der interdisziplinären Befundergebnisse des Patienten in das Therapiekonzept von Bedeutung. Der Ausschluss von Kontraindikationen für die EDS sowie ein ausführliches Aufklärungsgespräch mit den Patienten, ist zwingend notwendig. Die Anforderungen an die Epiduroskopie im Operationssaal müssen grundsätzlich denen der üblichen mikroinvasiven OP-Standards entsprechen. Zur Überwachung der vitalen Funktionen der Patienten im Operationssaal sollte ein "Stand-by" als Anästhesieleistung in Anspruch genommen werden.

Die EDS ist in Lokalanästhesie und nicht in Allgemeinanästhesie durchzuführen. Dadurch soll Kontakt zum Patienten gehalten werden können, um frühzeitig rückenmarksnahe Komplikationen zu erkennen und ggf. eine zeitgerechte Therapie einzuleiten.

Wegen der vorgegebenen rückenmarksnahen Anatomie bietet sich für den cervikalen, thorakalen und lumbalen epiduralen Zugangsweg die Verwendung der flexiblen kathetergesicherten epiduroskopischen Einheit an. In Lokalanästhesie wird der Epiduralraum des Patienten mit einer 14 G-Hustead-Kanüle, z.B. in "Loss-of-Resistance-Technique" punktiert werden. Über diese Kanüle kann die Flexible Kathetergesicherte Epiduroskopische Einheit unter Sicht in den Epiduralraum eingeführt werden.

Bei Verwendung des flexiblen steuerbaren Epiduroskops ist der sakrale Zugangsweg zum Epiduralraum sinnvoll. Nach der Lokalanästhesie wird mit Hilfe der Seldinger-Punktionstechnik ein Introducer-System in den Sakralkanal eingeführt. Über diese sakrale Zugangstechnik kann das Epiduroskop sicher in den Epiduralraum eingeführt werden. Die kontinuierliche Spülung mit einer 0,9%igen NaCI-Lösung ermöglicht die Aufzeichnung hochwertiger endoskopischer Farbbilder.