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Lüdenscheider Forum "Seele und Körper": Die Angst vor dem Fremden

Zur Psychoanalyse von Fremdenangst und Fremdenfeindlichkeit. Die Angst vor dem Fremden und eine daraus resultierende Fremdenfeindlichkeit polarisiert, wird aber wenig verstanden.

Psychoanalyse und Sozialwissenschaften können erklären, wie die grundlegenden menschlichen  Bedürfnisse nach Sicherheit, Bindung, Anerkennung und Identität Einzelne wie Gruppen, teilweise unbewusst, dazu bringen, dem(n) Fremden  zwiespältig zu begegnen. Fehlende Anerkennung und Kränkungen des Selbstwertgefühls können Bewältigungsmuster
reaktivieren, bei denen das Selbst idealisiert und die Anderen/Fremden entwertet werden.

Eine „vollkommene“ narzisstische Welt ohne Differenzen, ohne Spannungen und Konflikte erscheint dann als die perfekte, vollendete, „fertige“ Welt. Sie kommt damit aber auch zum Stillstand, ohne jede Entwicklungsperspektive. Sie wird zu einer „toten“ Welt. Seelische Entwicklung braucht das anregende Fremde, Unterschiede und Spannungen, die gesunde Individuen durch reife Konfliktlösungen fortwährend in ein relatives, stabiles Gleichgewicht bringen können.

Der Vortrag versucht die psychologischen Funktionen von Fremdenangst („Xenophobie“) und Fremdenfeindlichkeit aus psychoanalytischer Perspektive zu erklären und mit Ihnen zu diskutieren.

  • Datum: 18.02.2019
  • Uhrzeit: 18:30 Uhr
  • Ort: Seminarzentrum am Klinikum Lüdenscheid