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05.02.2020, Lüdenscheid

Moderne Medizin bei Erkrankungen der Prostata

Die Prostata wächst im Alter und führt häufig zu Beschwerden wie Inkontinenz oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen. Oft sind es jedoch gutartige Erkrankungen, die Symptome hervorrufen. Bösartige Erkrankungen, wie Prostatakrebs dagegen, verlaufen zunächst eher unauffällig und machen sich erst im fortgeschrittenen Stadium bemerkbar. Über Behandlungsmöglichkeiten, Erfolgsaussichten und Risiken bei gut- und bösartigen Prostataerkrankungen informierten drei Direktoren verschiedener Fachkliniken im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken". Prof. Dr. Stefan Hautmann (Urologie), Prof. Dr. Rolf Larisch (Nuklearmedizin) und Dr. Dieter Schnalke (Strahlentherapie) machten mit ihren lebendigen Kurzvorträgen dem interessierten Publikum deutlich, dass Patienten von der engen bereichsübergreifenden Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche im Klinikum Lüdenscheid sowie der langjährigen Erfahrung profitieren.

Die Operation der Prostata in offener Technik, eine Roboter-assistierte Methode, oder die Gewebsabtragung auf endoskopischem Wege stellte Prof. Hautmann vor und appellierte an die männlichen Zuhörer, die regelmäßige Vorsorge beim Urologen nicht zu versäumen.
Eine Alternative zur Operation bei Prostatakrebs ist die Strahlentherapie, bei der durch die Strahlung Krebszellen so stark geschädigt werden, dass diese zugrunde gehen. Die Strahlendosis und das Strahlenfeld werden genau per Computer berechnet. "Die Strahlen werden dann von mehreren Seiten aus zielgenau auf den Tumor gerichtet, sodass umliegendes gesundes Gewebe geschont wird " erklärte Dr. Schnalke.

Über Diagnostik und Therapie mit radioaktiven Stoffen berichtete Prof. Larisch sehr anschaulich. Die Nuklearmedizin kommt häufig dann zum Einsatz, wenn nach einer Prostatakrebs-OP irgendwo im Körper wieder Tumorgewebe nachgewachsen ist, das genau lokalisiert werden muss.  Eine wichtige Methode ist dabei die Positronen-Emissionstomographie (PET-CT) mit dem radioaktiven Molekül PSMA. Dort, wo die Radioaktivität - und also auch das Prostataspezifische Membranantigen (PSMA) - sich anreichert, befindet sich der Tumor. Wenn man PSMA in eine Vene injiziert, dann reichert es sich im Tumorgewebe an. Somit ist heutzutage ein PET-CT mit PSMA eine sehr aussichtsreiche Methode, um Metastasen zu lokalisieren.
Die Auswahl der Therapie bei Prostatakrebs richtet sich danach, wie weit der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose fortgeschritten ist. Ist der Tumor auf die Prostata begrenzt? Hat er bereits umgebendes Gewebe befallen oder Metastasen in anderen Organen gebildet? Auch das Alter und Begleiterkrankungen der Patienten spielen für die Therapie eine wichtige Rolle. Hier ist eine kompetente ärztliche Beratung sehr wichtig, darin waren sich die drei Referenten einig. Die zahlreichen Besucher waren am Ende angetan von den facettenreichen Möglichkeiten der modernen Medizin, die bei Prostata-Erkrankungen möglich sind.

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