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29.11.2019, Lüdenscheid

Was hilft gegen das Schnarchen?

Wenn jede Nacht ein Rasenmäher seine Kreise durch das eigene Schlafzimmer ziehen würde, hätten  wohl die meisten längst den Stecker gezogen. Beim Schnarcher in unserem Bett sind wir meist duldsamer - oder wir haben vor dem Problem kapituliert. Tatsächlich kann das Schnarchen einen Geräuschpegel von bis zu 90 Dezibel verursachen - eine Lautstärke, die ein Rasenmäher nicht einmal erreichen darf. Über Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten bei Schnarchen und damit in Verbindung stehenden Erkrankungen berichtete Dr. Özlem Ates, Leitende Oberärztin der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde am Klinikum Lüdenscheid, im Rahmen ihres interessanten Vortags der Reihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken".

Schnaufen, Röcheln, Pfeifen. Schnarchen kann sowohl die eigene Nachtruhe  als auch die des Partners stark beeinträchtigen, an sich ist es jedoch oft harmlos. Eine einfache Möglichkeit, das nächtliche "Sägen" zu unterbinden, besteht in der Anwendung von Nasenpflastern, die den Nasenflügel außen stabilisieren und die Nasenatmung so verbessern. Mit einer Biss-Schiene kann beispielsweise der Unterkiefer nach vorne verlagert werden. "Gegen eine Atemstörung an sich können diese Hilfsmittel aber nichts ausrichten", so die Expertin.

Denn gefährlich wird es erst, wenn zusätzlich zum Schnarchen der Atem aussetzt, diese Aussetzer können sogar zehn Sekunden und länger andauern. Dann liegt wahrscheinlich eine obstruktive Schlafapnoe vor. Das Aussetzen des Atems verursacht ein Absinken des Sauerstoffgehalts im Blut. "Eine Schlafapnoe entsteht, wenn die Muskulatur in den oberen Atemwegen erschlafft und die Zunge zurückfällt. Der Atemweg im Rachen ist dadurch verengt, so dass das Ein- und Ausatmen nur mit lauten Schnarchgeräuschen möglich ist", erklärte Dr. Ates. Daneben spielt die Anatomie im Nasen-, Mund- und Rachenraum eine Rolle, wie zum Beispiel übergroße Nasenmuscheln oder Mandeln, ein zu kleiner oder ein nach hinten fallender Unterkiefer oder eine krumme Nasenscheidewand. Eine schonende "Schnarch-Operation", die in der HNO-Klinik im Klinikum Lüdenscheid häufig durchgeführt wird, ist die Coblation (Radiofrequenz), die sogar ambulant bei der Verkleinerung bzw. Entfernung der Rachenmandeln oder der Schrumpfung der Nasenmuscheln angewendet wird.
Die wirksamste Behandlung einer Schlafapnoe ist die so genannte CPAP-Therapie  (CPAP = continuous positive airway pressure). Über eine Maske auf Mund und Nase oder nur auf der Nase wird dem Patienten Luft mit einem leichten Überdruck zugeführt. Dadurch können die oberen Atemwege offen gehalten werden. In der Folge ist die Atmung nicht mehr beeinträchtigt und die Atemstillstände verschwinden.

Am Ende des anschaulichen Vortrags hatten die zahlreichen, zumeist selbst von einer Schlafapnoe betroffenen Besucher, noch viele Fragen an Dr. Ates, die sie gern und ausführlich beantwortete.

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