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13.09.2019, Lüdenscheid

Welt-Sepsis-Tag 2019

Eine Schnittverletzung, ein Insektenstich, eine Verbrennung oder Lungenentzündung - selbst scheinbar "harmlose" Erkrankungen oder Verletzungen können zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen, wenn es zu einer Sepsis kommt. Bei einem septischen Schock, auch Blutvergiftung genannt, breiten sich Krankheitserreger über die Blutgefäße im ganzen Körper aus. Das Abwehrsystem reagiert darauf besonders heftig und wendet sich gegen die eigenen Gewebe und Organe. Das Klinikum Lüdenscheid hat daher Maßnahmen für eine frühzeitige Diagnose und Therapie entwickelt, die im Ernstfall Leben retten können und möchte den heutigen Welt-Sepsis-Tag nutzen, um Patienten für das Auftreten einer Blutvergiftung zu sensibilisieren.

"Alle vier Sekunden stirbt ein Mensch weltweit an einer Sepsis", weiß Markus Bald, Leitender Arzt der Zentralen Notaufnahme am Klinikum Lüdenscheid, der gemeinsam mit seinem Team sowie seinen Kolleginnen und Kollegen der Klinik für Pneumologie, Internistische Intensivmedizin, Infektiologie und Schlafmedizin und der Klinik für Anästhesie, Operative Intensivmedizin, Schmerztherapie und Rettungswesen am Klinikum Lüdenscheid jährlich über 1.000 Patienten mit Blutvergiftung behandelt. Um dabei die Patientenversorgung bestmöglich zu gestalten, hat das Klinikum ein Management für die schwere Sepsis entwickelt. So sind Ärzte und Pflegepersonal für den Fall einer Sepsis mit entsprechender Expertise geschult und achten bereits im Rettungswagen auf mögliche Signale. Gibt es Hinweise auf eine Blutvergiftung, erhalten die Patienten bereits vor Ort die nötige Flüssigkeitszufuhr und der Kreislauf wird stabilisiert. In der Notaufnahme des Klinikums angekommen, erfolgt eine zügige Weiterbehandlung der Patienten. Antibiotika werden verabreicht und der Patient je nach Schwere des septischen Schocks auf die Normal-  oder Intensivstation verlegt. Müssen Abszesse operativ behandelt werden, werden zudem umgehend die Spezialisten der Chirurgie hinzugezogen.

"Die Diagnose einer Sepsis ist schwierig", erklärt Markus Bald. Denn oftmals seien die Symptome nicht eindeutig. Bei einem Herzinfarkt kämen die Patienten beispielsweise mit klassischen Symptomen wie einem starken Herzschmerz in die Notaufnahme. "Bei einer Sepsis gilt es daher, ein wachsames Auge für die Kombination der Symptome zu haben", erläutert Bald weiter. Zeige ein Patient eine akute Atemnot oder eine auffällig schnelle Atmung, einen hohen Puls und zugleich einen niedrigen Blutdruck, könnten dies erste Anzeichen für eine Sepsis sein. Zu den weiteren Symptomen zählten beispielsweise kalte Hände und Füße, Fieber, Schüttelfrost oder eine marmorierte Haut, erklärt der Experte.


Infos zum Welt-Sepsis-Tag

Der Welt-Sepsis-Tag findet jährlich am 13. September statt und ist eine Initiative der Global Sepsis Alliance, die in der Fachwelt und der Öffentlichkeit auf das Thema "Sepsis" aufmerksam machen möchte. Weltweit wurden und werden an diesem Tag verschiedene Aktivitäten organisiert, um auf die Missstände in den Bereichen der Sepsis-Prävention, -Diagnostik, -Therapie und -Rehabilitation aufmerksam zu machen. Es gilt, das Bewusstsein für diese viel zu wenig bekannte Krankheit und ihre dramatischen Folgen zu schärfen.  Mit der Arbeit der gemeinnützigen Organisation sollen Präventionsmaßnahmen besonders für die ressourcenarmen Regionen dieser Welt geschaffen werden. Dazu gehören unter anderem strukturierte Impfprogramme, eine bessere Nahrungsversorgung sowie sauberes Wasser.

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