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02.08.2019, Lüdenscheid

Integrationsfachdienst der Märkischen Kliniken unterstützt Patienten bei Wiedereingliederung nach psychosomatischer Rehabilitation

"Psychische Erkrankungen haben mittlerweile erhebliche Konsequenzen für die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit", weiß Andreas Schnippering, Leiter des Integrationsfachdienstes, kurz IFD, der Märkischen Kliniken. So erhielten statistisch gesehen im Jahr 2016 fast 74.000 psychisch erkrankte Menschen eine Erwerbsminderungsrente. Psychische Erkrankungen sind damit für 43 Prozent aller vorzeitigen Rentenzugänge in Deutschland verantwortlich. Eine sogenannte psychosomatische Rehabilitation, die auf eine körperliche Gesundung und psychische Stabilität abzielt, kann bei psychischen Erkrankungen helfen, Folgestörungen oder Rückfälle zu lindern oder gar dauerhaft auszuschließen. Nicht immer gelingt es jedoch, die Erfolge aus der Rehabilitation auch im Alltag aufrechtzuerhalten. Um Betroffenen daher eine bessere Unterstützung zu bieten und den Übergang aus der psychosomatischen Rehabilitation zurück in das Erwerbsleben zu erleichtern, ist der Integrationsfachdienst (IFD) der Märkischen Kliniken kürzlich von der Deutschen Rentenversicherung Westfalen als alleiniger Leistungsträger im Märkischen Kreis für ein neues Nachsorgekonzept anerkannt worden.

Starten wird das neue Programm ab dem 01. September 2019. Ab dann soll der IFD der Märkischen Kliniken zentraler Ansprechpartner für Patienten im Märkischen Kreis werden, wenn es um den Übergang aus der psychosomatischen Rehabilitation zurück in das Erwerbsleben geht. Das Fallmanagement bietet dabei die Möglichkeit, über Probleme im beruflichen Alltag zu sprechen, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und diese auszuprobieren. Die Rehabilitanden werden dabei von einem Experten des Integrationsfachdienstes unterstützt.

"Wenn der Aufenthalt in der Reha-Einrichtung sich dem Ende nähert, treten die vorher bereits bestehenden Konflikte, Probleme und Belastungen schnell wieder in den Vordergrund, ob im Alltag, auf der Arbeitsstelle oder bei der Arbeitssuche", weiß Andreas Schnippering. Viele Patienten haben dann das Gefühl, mit ihren Problemen alleingelassen zu werden. Gerade deshalb ist das neue Nachsorgeangebot besonders individuell zugeschnitten und kann und soll somit vom Nutzer mitgestaltet werden.

Erfahrungen zeigen, dass durch eine individuelle Unterstützung sowie durch bessere Kooperation zwischen den Betrieben, Ämtern und den Gesundheits- und Reha-Einrichtungen, Probleme bei der Wiedereingliederung besser überwunden werden können. Die Deutsche Rentenversicherung sieht daher einen größeren Bedarf an Konzepten für individuelle Unterstützung bei der beruflichen Wiedereingliederung von Menschen mit einer psychischen oder psychosomatischen Erkrankung und bietet ein vergleichbares Angebot bereits seit 2017 für die Region Nord an.

Bewilligt und finanziert wird das Angebot durch die Deutsche Rentenversicherung Westfalen. Diese beauftragt den für die Region zuständigen Integrationsfachdienst mit der Durchführung.  Die Verordnung des Fallmanagements erfolgt wiederrum durch die Rehabilitationseinrichtung, danach übernimmt die Deutsche Rentenversicherung Westfalen die vollständigen Kosten.

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