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05.07.2019, Lüdenscheid

Depression - Wege aus dem Seelentief

Die Depression hat viele Gesichter. Um von einer Depression zu sprechen, müssen mehrere Krankheitszeichen über längere Zeit vorliegen. Dazu zählen eine gedrückte Stimmung, Interessen- und Freudlosigkeit, Antriebs- und Konzentrationsschwächen und auch ständiges Grübeln. Die Depression ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung, das machte Prof. Dr. Ronald Bottlender, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Lüdenscheid, in seinem Vortrag der Reihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken" vor rund 100 Besuchern im Klinikum Lüdenscheid deutlich.

Tägliche Pflichten würden bei Betroffenen schnell zu einer unüberwindlichen Hürde. Auch körperliche Symptome wie beispielsweise Schmerzen, Kopfdruck oder Schlafstörungen könnten auftreten, so der Experte. Bei depressiv Erkrankten beherrschen negative Denkmuster und eine pessimistische Einstellung gegenüber sich selbst und der Welt das Denken. Eine frühe Diagnose und eine Therapie sind wichtig. So zeigte der Klinikdirektor die verschiedenen Erscheinungsformen von depressiven Störungen und Methoden zur Diagnostik anschaulich dar und zeigte therapeutische Wege aus der Depression auf. Anhand eines Selbsttestes überließ er den Besuchern selbst, ihre individuelle Situation im Hinblick auf eine vorliegende Depression zu beurteilen.

"Depressive Erkrankungen treten im höheren Alter ebenso auf wie in jungen Jahren. Und  dabei haben Frauen ein etwa doppelt so hohes Risiko, an einer Depression zu erkranken wie Männer", erklärte der Referent. Stress sei der Hauptfaktor für eine seelische Erkrankung. Dabei sei der Beruf einer der Hauptstressfaktoren - Frauen würden öfters unter eine Doppelbelastung in Beruf und im Privatleben leiden und höhere Ansprüche an sich selbst entwickeln. Interessant ist auch, dass in Deutschland das Risiko, zu erkranken, besonders hoch ist: Im Nachbarland Niederlande scheinen die Menschen entspannter zu leben, denn Studien zufolge leiden sie viel weniger unter Stress als die Deutschen. 

Leider werden Depressionen bei vielen Menschen nach wie vor nicht oder nicht rechtzeitig als Krankheit erkannt, diagnostiziert und therapiert. Dabei ist wirklich hilfreich in der Regel nur eine individuell passende Therapie.

Die wesentlichen Säulen der Behandlung sind die medikamentöse Therapie sowie verschiedene psychotherapeutische Verfahren. Bei einer fachgerechten Therapie sind die Erfolgsaussichten gut. Techniken zur Entspannung oder Stressbewältigung, körperliche Aktivitäten und ausreichend Sonnenlicht sind weitere Möglichkeiten, wie Betroffene auch selber zu ihrer Besserung beitragen können.

Von der Schwere der Erkrankung hängt ab, welche Behandlungsform angemessen ist.  Häufig kann sie ambulant erfolgen. Bei schweren Depressionserkrankungen oder wenn die ambulante Therapie nicht anschlägt, kann eine Betreuung in einer Klinik angeraten sein, entweder vollstationär oder in einer Tagesklinik.

Im Anschluss an seinen Vortrag stand Prof. Bottlender den zahlreichen Besuchern  für Fragen zur Verfügung.

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