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21.06.2019, Lüdenscheid

Hautprobleme bei Krebspatienten können gut gelindert werden

In den vergangenen Jahren haben sich die Aussichten, nach einer Krebserkrankung wieder gesund zu werden, deutlich verbessert. Durch künftige Innovationen besteht zudem berechtigte Hoffnung, dass sich dieser Trend weiter fortsetzt. Über die aktuelle Entwicklung in der Krebstherapie sowie über die Vorbeugung und Therapie von Nebenwirkungen unter einer Tumortherapie berichteten Dr. Dieter Schnalke, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, Prof. Dr. Gerhard Heil, Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie, sowie Dr. Dorothee Dill, Direktorin der Hautklinik, im Rahmen eines dreiteiligen Vortrags der Reihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken".

Vielfältige Fortschritte in der Onkologie gibt es in den vergangenen Jahrzehnten neben der Früherkennung in der operativen Behandlung, der Strahlentherapie und der medikamentösen Krebstherapie, erklärte Prof. Heil. Mit der so genannten zielgerichteten Therapie werden Krebszellen - unter größter Schonung von normalen Geweben - gezielt angegriffen. Anders als bei der Chemotherapie oder der Strahlentherapie richten sich diese neuen Wirkstoffe gezielt gegen ausgewählte Angriffspunkte der Krebszelle. "Unterbricht man spezifische Eigenschaften der Krebszellen und damit auch Signalwege, kann man einen Wachstumsstopp des Tumors erreichen", erklärte Prof. Heil. Ein großer Vorteil dieser zielgerichteten Therapien ist, dass der Körper von Nebenwirkungen weitgehend verschont bleibt.

"Schwere Hautschäden, wie sie noch vor einigen Jahrzehnten bei manchen Patienten kaum zu vermeiden waren, treten heute nicht mehr auf", konnte Dr. Schnalke beruhigen. Und das dank moderner Bestrahlungsgeräte, die sich ganz gezielt auf den eigentlichen Tumor richten lassen und somit die umliegende Haut schonen. Sicherlich könnten vorübergehende Rötungen oder Schwellungen auftreten, die aber im Laufe der Zeit wieder verschwinden, da sich die Hautzellen wieder erholen.

Die Haut, mit knapp zwei Quadratmetern unser größtes Organ, stand naturgemäß auch ganz im Fokus von Dr. Dorothee Dill als Hautärztin, die eine gute Übersicht über die verschiedenen Hautreaktionen, die bei Chemotherapeutika und anderen Tumortherapien auftauchen können, gab: Juckreiz, großflächige Hautausschläge, das so genannte Hand-Fuß-Syndrom, trockene, schuppige Haut sowie Nagelveränderungen können unter der Tumortherapie auftreten. Ihre gute Nachricht: Diese Nebenwirkungen an der Haut, unter denen viele Krebspatienten leiden, können heutzutage gut behandelt werden.
Man möge nur nicht allzu lange warten, sondern einen Hautarzt aufsuchen, der entsprechende Pflegetipps parat hat und bei Bedarf lindernde Arzneimittel verschreibt. "Dank der guten interdisziplinären Zusammenarbeit" hier im Klinikum können wir gemeinsam die Lebensqualität unserer Patienten entscheidend verbessern", schloss die Klinikdirektorin mit ihrem Vortrag einen informativen Abend ab.

Im Anschluss an jeden der drei Vorträge nahmen sich die Referenten noch viel Zeit, die persönlichen Fragen der Besucher zu beantworten.

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