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06.06.2019, Lüdenscheid

Hüftschmerzen: Wenn mit dem Gelenk der Mensch leidet

Schmerzen in der Hüfte, ob bei längerem Sitzen, Stehen oder Gehen kennen vor allem ältere Menschen, manchmal aber auch jüngere. Welche Ursachen spielen hier eine Rolle und wie kann eine mögliche Behandlung aussehen? Auf eine Reise durch die vielseitigen Möglichkeiten der Diagnostik und der Behandlung bei Hüftproblemen nahm Dr. Michael Klein, Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Spezielle Unfallchirurgie am Klinikum Lüdenscheid die Besucher seines Vortrags der Reihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken" am vergangenen Dienstag mit.

Mit aufmerksamen Blicken und offenen Ohren verfolgten die Besucher den interessanten Ausführungen des Referenten, der nach einer Vorstellung des großen Leistungsspektrums seiner Klinik den Patienten ganzheitlich in den Fokus stellte: "Mich interessiert der Mensch insgesamt, sein Verhalten im Alltag, die körperliche Verfassung und vieles mehr. Ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten hilft bei der Suche nach Ursache deshalb ebenso wie die bildgebenden Verfahren wie Röntgen oder MRT", so Dr. Klein. Und das hat auch seinen Grund, denn nicht immer ist jeder Fall eindeutig. Kommen die Schmerzen wirklich von der Hüfte? Oder ist es vielleicht eine Entzündung oder ein Infekt? Erst wenn hier Klarheit herrscht, kann mit und für den Patienten ein individueller Therapieplan erstellt werden.

Konservative Behandlungsmethoden mit Medikamenten oder Physiotherapie sind auch immer wichtige Säulen der Behandlung. Manchmal verschaffen diese Methoden allerdings nur eine kurzfristige Schmerzlinderung. Wenn der Knorpel im Hüftgelenk abgenutzt ist,  beginnen die Knochen aneinander zu reiben, wodurch ein Schmerz im Gelenk entsteht. Und leider kann der fehlende Knorpel nicht mehr neu bilden.

Neben alters- oder überlastungsbedingten Gelenkverschleiß sind es auch häufig angeborene Fehlstellungen, Hüftkopfnekrosen, ein Hüftgelenksganglion oder Oberschenkelhalsbrüche, die früher oder später einen künstlichen Hüftgelenkersatz für Patienten erforderlich machen. Hierbei gilt für Dr. Klein die Devise: "Erst wenn alle nicht-operativen Maßnahmen ausgeschöpft sind und der Leidensdruck hoch ist, kommt eine Operation und damit das Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenkes in Frage."

Am Ende des Vortrags nutzten die zahlreichen Besucher die Zeit für ihre individuellen Fragen rund um das Thema Hüfte, mit dem sich schon viele aus eigener Betroffenheit auskannten.

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