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08.05.2019, Lüdenscheid

Moderne Medizin bei Erkrankungen der Prostata

Daran geht kein Weg vorbei: Mit zunehmendem Lebensalter wächst die Prostata. Zumeist merkt man davon gar nichts, es können sich allerdings auch - beispielsweise im Falle einer gutartigen Prostatavergrößerung - Probleme beim Wasserlassen einstellen. Über Behandlungsmöglichkeiten, Erfolgsaussichten und Risiken bei Prostataerkrankungen informierte Prof. Dr. Stefan Hautmann, Direktor der Klinik für Urologie am Klinikum Lüdenscheid im Rahmen seines anschaulichen Vortrags der Veranstaltungsreihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken".

Die Frage, was der PSA-Wert, der im Rahmen der Vorsorge über das Blut bestimmt wird, über die Krebswahrscheinlichkeit aussagt, interessierte dabei viele Zuhörer. "Der PSA-Test bestimmt das so genannte Prostataspezifische Antigen im Blut. Erst wenn der Wert über 4 liegt, besteht Abklärungsbedarf", erklärte Prof. Hautmann. Aber auch wenn der Wert erhöht sei, bedeute dies nicht sofort, an einem Krebs der Prostata erkrankt zu sein. Denn auch eine gutartige Vergrößerung der Prostata oder ein entzündlicher Vorgang kann für einen erhöhten PSA-Wert verantwortlich sein.

Für die Therapie von gutartigen Erkrankungen der Prostata stehen heute vielfältige Behandlungsoptionen zur Verfügung, eine davon ist die medikamentöse, mit der erreicht werden kann, dass die Prostata sich wieder verkleinert und Probleme wie häufiges nächtliches Wasserlassen oder plötzlicher unkontrollierter Harndrang wieder verschwinden.

Helfen Medikamente nicht mehr weiter, stehen verschiedene operative Methoden im Klinikum Lüdenscheid zur Verfügung: "Die Laser-Operation verläuft nahezu blutfrei und eignet sich deshalb optimal für Patienten, die blutgerinnungshemmendende Medikamente einnehmen", erklärte der Experte. Auch die Operation der Prostata in offener Technik, eine Roboter-assistierte Methode, oder die Gewebsabtragung auf endoskopischem Wege stellte Prof. Hautmann vor. Eine Alternative zur Operation bei Prostatakrebs ist beispielsweise die Strahlentherapie mit hochenergetischen Röntgenstrahlen, die von einem Linearbeschleuniger erzeugt werden. Ärzte aus verschiedenen Fachbereichen im Klinikum Lüdenscheid arbeiten bei der Behandlung der Patienten hier eng zusammen und können so individuell und bestmöglich beraten,

Eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Urologen empfiehlt Prof. Hautmann aber auf jeden Fall: Denn immerhin ist Prostatakrebs der zweithäufigste Krebs beim Mann. Wird er rechtzeitig erkennt, kann der Krebs häufig schonend und komplett entfernt werden.

Das Publikum im gut besuchten Seminarzentrum interessierte sich sehr für die facettenreichen Möglichkeiten der modernen Medizin, die bei Prostata-Erkrankungen möglich ist und richtete am Ende noch viele Fragen an den Referenten

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