Zu den Inhalten springen
11.04.2019, Lüdenscheid

Keine Panik bei Blut im Stuhl

Auf den ersten Blick ist  Blut im Stuhl natürlich beunruhigend, auch wenn es sich nur um Spuren handelt. "Es gibt aber häufig eine ganz banale Ursache", beruhigte Dr. Sven Schröder, Leitender Oberarzt in der Klinik für Allgemeine-, Visceral- und spezielle Visceralchirurgie am Klinikum Lüdenscheid die Besucher seines Vortrags im Rahmen der Reihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken". In jedem Fall gilt: Keine Panik, aber ein Arztbesuch sollte nicht auf die lange Bank geschoben werden.

Ursache Nummer. 1 sind Hämorriden: Mit den Lebensjahren nehmen hier die Beschwerden zu. Auch bei Analfissuren zählt abgehendes Blut zu den typischen Symptomen. Vielfach sind auch Magengeschwüre, Darmpolypen oder entzündliche Darmerkrankungen die Ursache für blutigen Stuhl. Mit bestimmten Arzneimitteln, beispielsweise so genannten Blutverdünnern, geht ebenfalls  ein erhöhtes Blutungsrisiko einher.

"Blut im Stuhl, erst Recht eine Darmblutung, sollte dringend abgeklärt beziehungsweise zügig behandelt werden", appellierte Dr. Schröder. "Ein großer Teil des Verdauungstraktes, etwa der Mastdarm und der übrige Dickdarm, lassen sich gut von innen mit einem Endoskop inspizieren. Zugleich kann der Arzt kleine Gewebeproben entnehmen oder Geschwülste entfernen", erklärte er. Damit haben Patienten eine gute Möglichkeit, beispielsweise Darmkrebs vorzubeugen. Auch andere Darmerkrankungen lassen sich mit der Koloskopie feststellen. Entzündungen von Speiseröhre und Magen werden hingegen zuverlässig über eine Magenspiegelung diagnostiziert.

Im schlimmsten Fall kann Blut im Stuhl auch auf Darmkrebs hinweisen. Abhängig von mehreren Faktoren wie Lage, Größe und Ausbreitung des Tumors ist die Operation  die wichtigste  Therapiemöglichkeit. Hier hat sich das Spektrum der so genannten  "Schlüsselloch"- bzw. minimal-invasiven Chirurgie etabliert. Im Klinikum Lüdenscheid wird mit modernsten Systemen operiert, dabei werden nur "minimale" Schnitte benötigt, um Kamera und Instrumente benutzen zu können. Die Vorteile für den Patienten sind nicht nur ein gutes kosmetische Ergebnis, sondern auch die Minderung der Schmerzen nach der Operation und eine schnellere Erholung.

Je frühzeitiger Darmkrebs entdeckt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen, weiß Dr. Schröder. Jedem Mann ab 50, jeder Frau ab 55 Jahren, wird eine Darmspiegelung (Koloskopie) im Rahmen der Früherkennung von Darmkrebs angeboten. "Vorsorge ist so wichtig. Nehmen  Sie diese Möglichkeit bitte in Anspruch", riet Dr. Schröder am Ende seines sehr informativen Vortrags.

Die nächste Veranstaltung aus dieser Reihe findet nach den Osterferien am 7. Mai statt.

Kategorien: