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07.03.2019, Lüdenscheid

„Die wichtigsten 2qm in unserem Leben“

"Die Haut sind die wichtigsten 2qm in unserem Leben" erklärte Dr. Dorothee Dill, Direktorin der Hautklinik am Klinikum Lüdenscheid, am vergangenen Dienstag zu Beginn ihres Vortrags "Früh erkannt - meist geheilt! Heller und schwarzer Hautkrebs", der im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken" stattfand und viele interessierte Besucher in das Seminarzentrum des Klinikums Lüdenscheid lockte. Die zentrale Botschaft der Expertin an ihr Publikum: "Geben Sie auf Ihre Haut gut acht und unterschätzen Sie die Sonne nicht."

Um zunächst zu verdeutlichen wie und wo in der Haut sich überhaupt Tumore bilden können, zeigte Dr. Dill anhand eines Schaubildes den Aufbau der verschiedenen Hautschichten und erläuterte, dass die meisten Tumore zwischen der Lederhaut und dem Bindegewebe entstehen. Der Hauptrisikofaktor dabei: Sonnenlicht. "Jeder Sonnenbrand hinterlässt Schäden in der Erbinformation, die nicht mehr repariert werden können", erläuterte die Referentin. Summieren sich diese Schäden im Laufe des Lebens, könne es im fortgeschrittenen Alter zu Hautkrebs kommen. Um dies zu verhindern, sei ein entsprechender Sonnenschutz unabdingbar.

So erklärte die Klinikdirektorin, dass ganz besonders jene Stellen des Körpers, die beim Sonnenbaden nicht von Bekleidung bedeckt werden, immer mit ausreichend Sonnencreme geschützt werden sollten. Besonders wichtig sei es dabei, die Eigenschutzzeit des Körpers zu kennen. Während helle Hauttypen ohne Sonnencreme nur 5-10 Minuten in die Sonne gehen sollten, dürfen sich dunklere Hauttypen circa eine halbe Stunde ohne Schutz in der Sonne aufhalten. Mit einem entsprechenden Lichtschutzfaktor könne diese Zeit deutlich verlängert werden. Zu beachten ist dabei jedoch, dass ein erneutes Eincremen nach Ablauf dieser Zeit keinen weiteren Schutz mehr bietet und man die Sonne für den Rest des Tages meiden sollte. Generell riet Dr. Dill zudem von Sonnenbädern während der Mittagszeit ab und erklärte, dass es sinnvoll sei, die Haut langsame an die Sonne zu gewöhnen und sich schonend zu bräunen.


Neben Tipps zum richtigen Sonnenschutz war es der Expertin auch ein wichtiges Anliegen, mit ihrem Vortrag den Blick der Besucher für verschiedene Arten von Hautkrebs zu schärfen. Mit dem Basalzellkarzinom, einem halbgutartigen Tumor, der nicht streut, aber in die Tiefe der Haut wandern kann, und dem Plattenepithelkarzinom, das etwas seltener auftritt, aber streuen und Metastasen bilden kann, stellte Dr. Dill die beiden häufigsten Formen des hellen Hautkrebs vor. Eine weitere Art des Hautkrebses ist das maligne Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt. Wie die Referentin erläuterte, handelt es sich dabei um einen bösartigen Tumor, der von den pigmentbildenden Zellen, den sogenannten Melanozyten, ausgeht und an dem jährlich 20.000 Menschen in Deutschland neu erkranken. Doch es gibt Hoffnung: in den vergangenen Jahren wurden neue Therapiekonzepte entwickelt, die dem Immunsystem helfen, Tumore abzutöten und gezielter als eine Chemotherapie wirken.

"Wir können Hautkrebs früh erkennen und vorbeugen. Nutzen Sie also im Vorstadium Ihre Chance, sodass Sie gar nicht erst ins fortgeschrittene Tumorstadium kommen" so der Rat der Expertin zum Ende der Veranstaltung. Neben Vorsorgeuntersuchungen beim Hautarzt, sei auch eine regelmäßige Eigenkontrolle zu Hause sinnvoll. Dabei gelte es, "hässliche Entlein", also Leberflecke, die sich optisch deutlich von den anderen Leberflecken unterscheiden, im Auge zu behalten.

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