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08.02.2019, Lüdenscheid

Moderne Medizin bei Prostatakrebs

Das Organ ist nur so groß wie eine Kastanie und führt doch häufig bei älteren Männern zu Beschwerden: Die Prostata. Häufig drückt dann die Blase, nächtliche Toilettengänge werden zur Regel. Oft ist hier der Grund eine gutartige Vergrößerung der Prostata. Es kann aber auch Prostatakrebs sein, der in der Regel langsam wächst und Metastasen (Tochtergeschwülste) bilden kann. Über Behandlungsmöglichkeiten, Erfolgsaussichten und Risiken bei bösartigen Prostataerkrankungen informierten gleich drei Direktoren verschiedener Fachkliniken im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken". Prof. Dr. Stefan Hautmann (Urologie), Prof. Dr. Rolf Larisch (Nuklearmedizin) und Dr. Dieter Schnalke (Strahlentherapie) machten mit ihren lebendigen Kurzvorträgen dem interessierten Publikum deutlich, dass Patienten von der engen bereichsübergreifenden Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche im Klinikum Lüdenscheid sowie der langjährigen Erfahrung profitieren.

Die Operation der Prostata in offener Technik, eine Roboter-assistierte Methode, oder die Gewebsabtragung auf endoskopischem Wege stellte Prof. Hautmann vor. Eine Alternative zur Operation bei Prostatakrebs ist die Strahlentherapie mit hochenergetischen Röntgenstrahlen, die von einem Linearbeschleuniger erzeugt werden. "Mit der intensitätsmodulierten Bestrahlung steht ein Verfahren zur Verfügung, das höchste Präzision bietet" erklärte Dr. Schnalke. Die Behandlungsergebnisse von Operation und Bestrahlung im Hinblick auf die Heilungsraten sind sehr ähnlich - bei unterschiedlichen Risiken und möglichen Nebenwirkungen.

Über Diagnostik und Therapie mit radioaktiven Stoffen berichtete Prof. Larisch sehr anschaulich. Die Nuklearmedizin kommt häufig dann zum Einsatz, wenn nach einer Prostatakrebs-OP irgendwo im Körper wieder Tumorgewebe nachgewachsen ist, das genau lokalisiert werden muss.  Eine wichtige Methode ist dabei die Positronen-Emissionstomographie (PET-CT) mit dem radioaktiven Molekül PSMA. Dort, wo die Radioaktivität - und also auch das PSMA - sich anreichert, befindet sich der Tumor. Wenn man PSMA in eine Vene injiziert, dann reichert es sich im Tumorgewebe an. Somit ist heutzutage ein PET-CT mit PSMA eine sehr aussichtsreiche Methode, um Metastasen zu lokalisieren. Die so genannte Lutetium-177-PSMA-Therapie ist hingegen als recht neues Verfahren fortgeschrittenen Erkrankungsstadien vorbehalten, beispielsweise wenn andere Therapieverfahren ausgeschöpft sind.

Im Anschluss an die drei Kurzvorträge hatten die Besucher noch einen ganzen Strauß Fragen an die medizinischen Experten, die diese ausführlich beantworteten.

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