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31.01.2019, Letmathe

"TÜV-Stempel" nach einer Darmspiegelung

Darmkrebs wächst langsam über einige Jahre und bleibt oft lange unbemerkt. Treten Beschwerden auf, ist die Krankheit meist schon fortgeschritten. Dabei nimmt das Risiko einer Erkrankung mit dem Alter zu und Männer sind öfter betroffen als Frauen. In einem anschaulichen Vortrag im Rahmen der Reihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken" erklärte Dr. Ulrich Müller, Direktor der Klinik für Innere Medizin am Marienhospital Letmathe, nicht nur die Bedeutung der Darmkrebsvorsorge, sondern auch die Durchführung von Darmspiegelungen, die Polypenentfernung und operative Möglichkeiten.

Mit der so genannten Koloskopie, der Darmspiegelung, können Vorstufen von Darmkrebs (Polypen) erkannt und entfernt werden. Bösartige Tumore, die im Frühstadium entdeckt werden, seien in den meisten Fällen heilbar, so Dr. Müller. "Das Tückische daran ist, dass weder die Vorstufen noch der Tumor selbst Beschwerden verursachen müssen. Das heißt, man kann sich lange in der falschen Sicherheit wiegen, gesund zu sein, während im Darm bereits ein Krebstumor gewachsen ist. Sicherheit gibt hier nur die Vorsorgeuntersuchung", appellierte er an die Besucher des Vortrags.

Rund zehn Jahre benötigen Polypen im Schnitt, um zu Darmkrebs zu werden. Das ist viel Zeit, um dieser Entwicklung durch eine Vorsorgeuntersuchung zuvor zu kommen. Die Darmspiegelung ist hier die zuverlässigste Vorsorgemethode. Bei der Untersuchung entdeckte Polypen werden sofort entfernt, so dass aus ihnen kein Krebs mehr entstehen kann. Nur ganz selten kommt es bei der Koloskopie zu Komplikationen wie Nachblutungen oder Verletzungen der Darmwand, die aber im Marienhospital unverzüglich versorgt werden können. "Wurden bei Ihrer Darmspiegelung keinerlei Veränderungen der Darmschleimhaut festgestellt, bekommen Sie einen TÜV-Stempel, also die beruhigende Gewissheit, für die nächsten 10 Jahre vor Darmkrebs geschützt zu sein", erklärt er schmunzelnd.

Gesetzlich Versicherte erhalten die Darmspiegelung ab dem Alter von 55 Jahren übrigens kostenfrei. "Es gibt kaum Vorsorgemaßnahmen im deutschen Gesundheitssystem, die einen derartig guten Schutz für die Bevölkerung bieten", so Dr. Müller, "also nutzen Sie bitte diese Möglichkeit." Dieser Meinung ist auch die AOK NORDWEST, mit der diese Veranstaltung in Kooperation durchgeführt wurde. Im Anschluss an den Vortrag beantwortete Dr. Müller vielfältige Fragen der Besucher rund um das Thema.

 

 

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