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13.09.2018, Lüdenscheid

Hilfe bei Schluckstörungen

„Wir schlucken ungefähr 2000 Mal täglich“ – eine unglaubliche Zahl mit der Clarissa Rettig, Logopädin am Klinikum Lüdenscheid, am vergangenen Dienstag im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Dienstags in den Märkischen Kliniken“ in ihren Vortrag zum Thema „Wenn das Schlucken zum Problem wird“ startete. Im Normalfall läuft der komplexe Schluckvorgang ganz unbewusst ab, liegt jedoch eine Schluckstörung vor, wird die Nahrungsaufnahme oftmals zu einem schwerwiegenden Problem, das die Lebensqualität von Betroffenen stark einschränken kann. Mit vielen praktischen Tipps und Hilfestellungen zeigte die Expertin in ihrem Vortag daher Möglichkeiten auf, um Betroffenen zu helfen.

Wie Clarissa Rettig erläuterte, können Schluckstörungen viele unterschiedliche Ursachen haben und in verschiedenen Formen auftreten. So können unteranderem neurologische Erkrankung, Tumore im Mundbereich, Entzündungen der Stimmlippen, Demenz oder altersbedingte Einschränkungen zu Problemen beim Schlucken führen. Schluckstörungen äußern sich dann zum Beispiel darin, dass der Betroffene sich häufig verschluckt, viel hustet, sich ständig räuspern muss, oder ein Kloßgefühl im Hals hat. „Die größte Gefahr bei Schluckstörungen ist immer, dass Nahrung in die Luftröhre gelangt und es dadurch zu einer Lungenentzündung kommt“, so die Expertin.

Damit es nicht so weit kommt, gab die Referentin zum Beispiel den Tipp, bestimmte Lebensmittel wie Brot, faseriges Fleisch oder auch Milchprodukte aus dem Speiseplan zu streichen. Zudem kann es hilfreich sein, während des Schluckens den Kopf in Richtung Brust zu neigen und ganz kräftig und bewusst die Nahrung herunterzuschlucken. Auch die Rahmenbedingungen sollten beim Essen stimmen: Dazu zählt zum Beispiel, dass Betroffene sich viel Zeit nehmen und nicht im Liegen oder Halbliegen essen. Helfen können außerdem gezielte Zungen-, Lippen- und Kieferübungen, welche die am Schluckvorgang beteiligten Muskeln trainieren. Wenn die Aufnahme von fester Nahrung im Extremfall nicht mehr möglich ist, rät Clarissa Rettig dazu, die Mahlzeiten zu pürieren. Funktioniert selbst das nicht mehr, muss bei Betroffenen eine Nasensonde gelegt oder ein direkter künstlicher Zugang in den Magen geschaffen werden.

Am Ende des Vortrags nahm sich die Expertin noch viel Zeit, die Fragen ihrer Zuhörer zu beantworten. Neben Problemen beim Schlucken bestimmter Lebensmittel, bewegte einige Besucher auch das Thema Räusperzwang. Clarissa Rettig gab dazu den Tipp, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Da die Ursachen für zwanghaftes Räuspern jedoch sehr verschieden und sowohl psychisch als auch physisch sein können, riet die Referentin im Zweifelsfall dazu, einen Arzt aufzusuchen.

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