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11.05.2018, Werdohl

Steinreich - aber arm dran

Viele Menschen haben Gallensteine, aber die meisten wissen gar nichts davon. Operativ entfernt werden müssen sie nur, wenn sie Beschwerden bereiten. In einem interessanten Vortrag der Reihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken" in der Stadtklinik Werdohl stellte Dr. Klaus Terfloth, Oberarzt der Klinik für Chirurgie an der Stadtklinik Werdohl, alle wichtigen Aspekte rund um das Gallensteinleinleiden vor.

"Die Galle läuft ihm über" - dieser Ausspruch zeigt, dass die Gallenblase hauptsächlich mit negativen Gefühlen in Verbindung gebracht wird. Dabei hat sie die wichtige Aufgabe, für die Verdauung von Fetten zu sorgen. Rund drei Viertel der "Steinträger" haben keine Probleme, so Dr. Terfloth. Heftige Schmerzen - im Oberbauch gelegentlich mit Ausstrahlung in die rechte Schulter - entstehen aber, wenn die Steine in den Gallengang wandern und sich dort verklemmen. Denn dann staut sich das Gallensekret und kann nicht mehr in den Darm fließen. "Darüber hinaus können festsitzende Steine Entzündungen der Gallenblase sowie der Bauchspeicheldrüse verursachen", so der Mediziner. Diagnostiziert werden Gallensteine von Dr. Terfloth und und dem Team der Stadtklinik mit einer Ultraschalluntersuchung. Zusätzlich wird eine Blutuntersuchung durchgeführt, um eine Entzündung zu entdecken.

Und wann ist eine Operation angesagt? Wer Beschwerden hat oder unter Koliken leidet, dem raten die Ärzte zumeist zur Entfernung der Gallenblase. "Von einer medikamentösen Therapie, die auch nur bei bestimmten Steinen wirksam ist, ist man abgekommen. Das Problem ist auch, dass sich immer wieder neue Steine bilden", erklärt der Experte. Die Operation erfolgt im Schlüsselloch-Verfahren, dabei führt der Chirurg über winzige Schnitte feine Instrumente in den Bauchraum ein, die so genannten Trokare. Nach ca. drei Tagen können die Patienten - um ihren Steinreichtum beraubt - die Stadtklinik Werdohl wieder verlassen. "In den Anfängen der Gallenblasen-Chirurgie blieben die Patienten acht Wochen in einer Klinik", schmunzelte Dr. Terfloth.

Am Ende des informativen Vortrags hatten die Besucher noch einige Fragen zum Thema, die der Mediziner gern ausführlich beantwortete.

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