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11.02.2021, Lüdenscheid

Neuer leitender Oberarzt der Thoraxchirurgie am Klinikum Lüdenscheid: Hohe Kompetenz bei minimal-invasiven Eingriffen

Kleine Schnitte - Große Chirurgie: Die minimal-invasive Chirurgie ist eine Operationstechnik, bei der nur kleinste Hautschnitte nötig sind, um beispielsweise einen großen Tumor zu entfernen. Für Patienten bedeutet das weniger Schmerzen nach der Operation, deutlich kleinere Narben und einen verkürzten Aufenthalt im Krankenhaus. Für Eingriffe dieser Art hat sich die Klinik für Thoraxchirurgie am Klinikum Lüdenscheid mit Maen Abdelrahim als neuen leitenden Oberarzt nun noch mehr Kompetenz ins Haus geholt.

"Die minimal-invasive Thoraxchirurgie, auch Schlüssellochchirurgie genannt, gehört schon lange zu den großen Stärken unserer Klinik", erklärt Dr. Ulrich Laskowski, Direktor der Klinik für Thoraxchirurgie. Dabei erfolgt der Zugang ins Operationsgebiet nicht über einen großen Schnitt, sondern durch einen oder mehrere kleine Zugänge mittels spezieller Instrumente. Die Sicht wird durch Videokameras ermöglicht, was man Videoassistierte Thorakoskopie, kurz VATS, nennt. "Diese Methode stellt technische Herausforderungen an den Operateur und setzt eine hohe Expertise im Bereich der Lungen- und minimal-invasiven Chirurgie voraus", ergänzt der Klinikdirektor. Und genau diese Expertise bringt Maen Abdelrahim, der seit Anfang Januar in Lüdenscheid arbeitet, mit.

Das Bronchialkarzinom, also Lungenkrebs, gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Bei Männern stellt es die Krebstodesursache Nummer eins dar, bei Frauen liegt es an dritter Stelle - Tendenz stark steigend. Erst kürzlich haben Dr. Ulrich Laskowski und sein neuer Kollege aufgrund eines solchen 7cm großen Lungentumors einen Lungenlappen minimal-invasiv entfernt. "Dabei hat er eine unfassbare Fertigkeit gezeigt. Ich freue mich Herrn Abdelrahim im Team zu haben", berichtet Dr. Laskowski. "Bei einem konventionellen Eingriff hätten wir einen 15-20 cm langen Schnitt im Brustbereich gemacht, die Rippen mit einem Rippenspreizer zur Seite drücken und Muskeln durchtrennen müssen", fügt er hinzu.

Maen Abdelrahim kommt ursprünglich aus Jordanien und bringt als Facharzt für allgemeine Chirurgie und Thoraxchirurgie sowie als Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) jede Menge Know-how auf dem Gebiet der minimal-invasiven Technik mit. Nach seinem Medizin-Studium in seinem Heimatland hat er einige Jahre im Bereich der allgemeinen Viszeralchirurgie gearbeitet, bevor er dann vier Jahre als Thoraxchirurg in der Lungenklinik Hemer tätig war. Dort hat der 37-Jährige modernste Therapieverfahren, wie z.B. Laserchirurgie oder 3D-videoassistierte Lungenresektionen angewendet. "Diese modernen Konzepte können nur durch die enge Zusammenarbeit verschiedenster Fachdisziplinen, wie der Onkologie, Pneumologie, Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie oder der Unfallchirurgie erreicht werden. Und genau diese Interdisziplinarität ist hier im Klinikum Lüdenscheid auf sehr hohem Niveau gegeben", sagt de heutige Dortmunder und liefert damit gleich den Grund, warum er in die Thoraxchirurgie nach Lüdenscheid gewechselt ist.

Das Ziel der beiden Thoraxchirurgen: Durch innovative und modernste Technik- und Therapieverfahren soll die Anzahl dieser minimal-invasiven, gewebeschonenden Eingriffe an Lunge, Zwerchfell, Thymus und Rippenfell in den nächsten Jahren um ein Vielfaches erhöht werden. Hierdurch kann eine frühere Mobilisation der Patienten erreicht und der Krankenhausaufenthalt verkürzt werden. Auch die Gründung eines Kompetenzzentrums für minimal-invasive Thoraxchirurgie, um aktuelle Trends der Thoraxchirurgie in Kombination mit innovativen Operationsmethoden in die klinische Praxis umzusetzen, möchten die beiden ins Auge fassen.

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