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05.08.2020, Lüdenscheid

Die Tagesklinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikum Lüdenscheid öffnet wieder

Die Corona-Pandemie stellt das gesamte Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. Auch die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Klinikum Lüdenscheid ist in dieser Zeit stark gefordert, denn psychisch kranke Kinder und Jugendliche und ihre belasteten Familien benötigen - gerade jetzt - besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung. Um die Versorgung der betroffenen jungen Menschen sicher zu stellen, wird die Tagesklinik, die in der akuten Phase der Corona-Pandemie seit März 2020 schließen musste, am Mittwoch, den 05. August 2020 schrittweise wieder eröffnet - natürlich unter Berücksichtigung der Abstands- und Hygieneregeln.

"Wir freuen uns sehr, nun Schritt für Schritt zu einer neuen ´Normalität´ zurückkehren zu können", sagt Dr. Tamara Jacubeit, Klinikdirektorin der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Klinikum Lüdenscheid. "Dabei ist uns der größtmögliche Schutz unserer vollstationären Patienten - aktuell sind es rund 20 - sowie der unserer Mitarbeiter besonders wichtig. Deswegen haben wir einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen", erklärt sie. So haben die Patienten der Tagesklinik einen eigenen Eingang mit einem Checkpoint, an dem Fieber gemessen wird, es werden regelmäßig Abstriche vorgenommen und Tagesklinik-Kinder werden räumlich von den vollstationär behandelten Kindern und Jugendlichen getrennt - sie werden in eigenen Räumen beschult und auch den Außenbereich nutzen die Kinder zu versetzten Zeiten. Außerdem werden zunächst weniger, d.h. maximal acht statt zwölf, Kinder in der Tagesklinik betreut, um diese Maßnahmen umsetzen zu können.

Besondere Belastungsprobe für Patienten und Mitarbeiter

Viel Organisationsaufwand und vor allem keine leichte Arbeit, denn die Therapiezeit der teil- und vollstationär behandelten Kinder und Jugendlichen liegt durchschnittlich bei sechs bis zwölf Wochen. "Und die sind natürlich nicht bettlägerig", sagt Dr. Jacubeit. Hinzu kommt, dass die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie normalerweise eng mit dem gesamten Bezugssystem, wie Eltern, Jugendamt oder Schule zusammenarbeitet. Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen haben diese Kooperationen in den vergangenen Monaten sehr eingeschränkt, was die Betreuung und Behandlung der stationären Patienten erschwert hat. Auch regelmäßige familientherapeutische Gespräche und Familiennachmittage oder die Arbeit in Therapiegruppen für Kinder der Tagesklinik sowie stationär behandelte junge Menschen sind für die Behandlung essenziell. "Diese Aspekte machen deutlich, dass auch die psychiatrischen Kliniken sehr unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie leiden. Zum einen stellen die Kontaktbeschränkungen und Regelungen eine Belastungsprobe für unsere jungen Patienten und deren Familien dar und zum anderen verlangt die Krisensituation auch viel Flexibilität von unseren rund 80 Mitarbeitern ab", erklärt Fabian Müller, Bereichspflegedienstleiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie. So müssen Mitarbeiter ihren Arbeitsalltag stets neu organisieren, der Krisenlage anpassen und beispielsweise am Checkpoint aushelfen, um die Familien der Tagesklinik in Empfang zu nehmen.

"Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen leiden angesichts der Corona-Pandemie verstärkt unter sozialer Isolation und Ängsten. Vor allem in der jetzigen Situation sind sie auf Behandlungskontinuität und besondere Unterstützung angewiesen. Deswegen ist es gut, dass sich die aktuelle Pandemie-Lage wieder etwas beruhigt hat - zumindest vorerst", erläutert die Dr. Jacubeit. So dürfen stationäre Patienten nun wieder zweimal in der Woche besucht werden und können alle 14 Tage am Wochenende zu ihrer Familie. "Und mit der jetzigen Wiedereröffnung der Tagesklinik können wir nun wieder mehr erkrankten Kindern und Jugendlichen und ihren Familien einen strukturierten Tages- und Wochenablauf geben und helfend zur Seite stehen. Das ist uns ein großes Anliegen", so Fabian Müller. "Schließlich ist alles nur bedingt über einen gewissen Zeitraum zu kompensieren."

Auch die Institutsambulanz, in der Kinder und Jugendliche zur Diagnostik und Behandlung aller kinder- und jugendpsychiatrischen Erkrankungen vorgestellt werden, arbeitet jetzt wieder ganz regulär. "Es gab eine lange Warteliste, aber wir sind jetzt wieder dabei mehr Kinder aufzunehmen", sagt Müller. Je nachdem, wie sich die Pandemie entwickelt, wird Mitte August voraussichtlich auch die psychosomatische Station in den Räumen des Haupthauses wieder öffnen - alles natürlich unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln.

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