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07.04.2020, Lüdenscheid

Neuer Flüssigsauerstoff-Tank am Klinikum

Die Märkischen Kliniken bereiten sich weiter darauf vor, im Ernstfall viele schwerkranke COVID-19-Patienten gleichzeitig versorgen zu können. Dafür wurde gestern im Wirtschaftshof des Klinikums Lüdenscheid ein haushoher Flüssigsauerstoff-Tank aufgestellt und angeschlossen. Das brandneue Reservoir fasst insgesamt 20 Kubikmeter des lebenswichtigen Stoffes in flüssiger Form. Damit haben die Märkischen Kliniken die Kapazität von den bislang vorhandenen 11,5 Kubikmetern fast verdoppelt.

Wie sich die Patientenzahlen und Krankheitsverläufe von COVID-19-Patienten im Märkischen Kreis entwickeln werden, das kann in diesem Tagen niemand genau einschätzen. Auch die Gesundheitsexperten der Märkischen Kliniken wagen keine Prognosen und setzen stattdessen darauf, bestmögliche  Voraussetzungen für die intensivmedizinische Versorgung der Bevölkerung zu schaffen. Dazu gehört auch der neue Flüssigsauerstoff-Tank, der gestern mit einem großen Kran auf der Rückseite des Hauptgebäudes aufgestellt wurde.

Eine erwachsene Person atmet etwa zwölf Mal pro Minute - nahezu  unbemerkt macht der  Körper das, damit er genug Sauerstoff bekommt. Wenn das nicht mehr richtig funktioniert, wird es kritisch. Und genau das ist das Problem bei der Covid-19-Erkrankung. Die Patienten müssen mit Sauerstoff versorgt und bei schweren Verläufen auf den Intensivstationen künstlich beatmet werden.. Zwei davon gibt es am Klinikum Lüdenscheid mit insgesamt 28 Betten. "Wenn die Fallzahlen im Verlauf der Corona-Pandemie in naher Zukunft extrem steigen, ist es uns möglich, bis zu 60 beatmete Intensivpatienten gleichzeitig mit Sauerstoff zu versorgen", betont Dr. Thorsten Kehe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Märkischen Kliniken.

Und hier kommt der neue Flüssigsauerstoff-Tank ins Spiel: Mit ihm verdoppelt sich die Lagerkapazität des lebenswichtigen Stoffes auf stattliche 20 Kubikmeter, also 20.000 Liter. Aus einem Liter Flüssigsauerstoff lassen sich bei der Umwandlung in Gas ca. 700 Liter Sauerstoff gewinnen, mit denen schwerkranke Patienten beatmet werden können.

Markus Kimmeskamp, stellv. Abteilungsleiter der Abteilung Technik und Facilitymanagement erläutert: "Aus dem neuen Tank wird der Sauerstoff in zwei ebenfalls neu angelieferten Verdampfern in einen gasförmigen Zustand umgewandelt und in das Leitungssystem des Klinikums eingespeist. Von dort gelangt es direkt zu den einzelnen Beatmungsplätzen im Klinikum." Weil der Sauerstoff in flüssiger Form gelagert wird, so der Fachmann, erhöht sich das Volumen, das für die medizinische Versorgung bereitgestellt werden kann, immens.
Eine wichtige Maßnahme also, die dank einer guten Kooperation mit dem Bauamt der Stadt Lüdenscheid schnell und unbürokratisch umgesetzt werden konnte, um die Versorgung der Bevölkerung abzusichern.

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