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04.03.2020, Lüdenscheid

Hoffnung im Kampf gegen Hautkrebs

"Der kluge Umgang mit der Sonne als junger Mensch entscheidet mit, ob wir im Alter Hautkrebs bekommen" erklärte Dr. Dorothee Dill, Direktorin der Hautklinik am Klinikum Lüdenscheid, am vergangenen Dienstag im Rahmen ihres Vortrags "Hautkrebs - was gibt es Neues?", der im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken" stattfand. Eine zentrale Botschaft der beiden Referentinnen, der Klinikdirektorin und der Oberärztin Dr. Alexandra Quittek: "Geben Sie auf Ihre Haut gut acht und machen Sie die regelmäßige Muttermalkontrolle zum festen Bestandteil des Check-ups."

Um zunächst zu verdeutlichen wie und wo Hautkrebs entstehen kann, zeigte Dr. Quittek anhand eines Schaubildes den Aufbau der verschiedenen Hautschichten und erläuterte, dass die meisten Tumore zwischen der Lederhaut und dem Bindegewebe entstehen. Sie widmete sich thematisch dem schwarzen Hautkrebs. Das so genannte maligne Melanom bildet schon früh Metastasen im gesamten Körper und ist deshalb besonders gefährlich. Je eher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Hat der Hautarzt den Tumor rechtzeitig entdeckt und vollständig entfernt, sind die Betroffenen geheilt. Problematisch wird es jedoch, wenn das Melanom bereits in die Dermis, also die tiefer liegende Schicht der Haut, vorgedrungen ist und damit eine Verbindung zu Lymph- und Blutgefäßen hergestellt hat. "Über die Lymphe können bösartige Melanomzellen dann in die benachbarten Lymphknoten und über das Blut sogar in andere Organe wie Leber oder Hirn wandern", erklärte Dr. Quittek. Doch es gibt Hoffnung: in den vergangenen Jahren wurden neue Therapiekonzepte entwickelt, die helfen, Tumore abzutöten und gezielter als eine Chemotherapie wirken.

Neben Tipps zum richtigen Sonnenschutz war es Dr. Dill im zweiten Teil der Veranstaltung ein wichtiges Anliegen, den Blick der Besucher für verschiedene Arten von hellem Hautkrebs zu schärfen. Mit dem Basalzellkarzinom, einem halbgutartigen Tumor, der nicht streut, aber in die Tiefe der Haut wandern kann, und dem Plattenepithelkarzinom, das etwas seltener auftritt, aber streuen und Metastasen bilden kann, stellte sie die beiden häufigsten Formen des hellen Hautkrebs vor. Eine moderne und hochwirksame Behandlungsform bei Hautkrebs ist die Photodynamische Therapie. Sie ermöglicht die spezifische Behandlung einzelner bösartigen Zellen im Zellverband der Oberhaut, ohne die umgebende gesunde Haut zu beeinträchtigen. Nach Auftragen einer speziellen Creme findet eine besondere Lichttherapie statt. Die Haut reagiert zunächst wie bei einem starken Sonnenbrand mit Rötungen und Schwellungen, die aber narbenfrei und zügig abheilen. "Die Haut ist dann wieder wie neu", freut sich Dr. Dill über das moderne Verfahren, das sie ihren Patienten anbieten kann.

Ein weiterer Hoffnungsträger im Kampf gegen den Hautkrebs ist die Immuntherapie. Diese erklärte sie laienverständlich: "Die Immunzellen werden von den Krebszellen quasi ausgetrickst: Diese weichen aus, sie können nicht mehr abgewehrt werden. Die dem Patienten als Infusion verabreichten Antikörper verändern gezielt die Kommunikation zwischen den Krebszellen und den gesunden Zellen. Das Immunsystem wird aktiviert, es erkennt die Tumorzellen wieder und kann sie effektiv bekämpfen."

Der Hauptrisikofaktor für Hautkrebs ist und bleibt das  Sonnenlicht. "Jeder Sonnenbrand hinterlässt Schäden in der Erbinformation, die nicht mehr repariert werden können", erläuterte die Referentin. Summieren sich diese Schäden im Laufe des Lebens, könne es im fortgeschrittenen Alter zu Hautkrebs kommen. Um dies zu verhindern, sei ein entsprechender Sonnenschutz unabdingbar. "Wir können Hautkrebs früh erkennen und vorbeugen. Nutzen Sie also im Vorstadium Ihre Chance, sodass Sie gar nicht erst ins fortgeschrittene Tumorstadium kommen," so der Rat der Expertin zum Ende der gelungenen Veranstaltung. Neben Vorsorgeuntersuchungen beim Hautarzt, sei auch eine regelmäßige Eigenkontrolle zu Hause sinnvoll. Dabei gelte es, "hässliche Entlein", also Leberflecke, die sich optisch deutlich von den anderen Leberflecken unterscheiden, im Auge zu behalten.

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