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14.01.2020, Lüdenscheid

Hightech für die Patienten

Im dritten Untergeschoss des Klinikums Lüdenscheid, weit unter den Stationen und unbemerkt von den Patienten geht ein großes Bauprojekt der Märkischen Kliniken in seine letzte entscheidende Phase. Der Startschuss für die Neugestaltung der klinikeigenen Apotheke fiel bereits Ende Oktober 2018. Nach rund 2 Jahren, im 4. Quartal 2020, soll sie abgeschlossen sein. Von 1.000 auf rund 1.200 Quadratmeter vergrößert sich damit die Fläche für die hochmoderne Arzneimittelversorgung von Patienten der Märkischen Kliniken, sowie vier externer Kliniken und verschiedener Rettungsdienste im gesamten Kreis Märkischen Kreis. Mit der Investition von rund drei Millionen Euro werden neben den baulichen Entwicklungen auch die technische Modernisierung dazu führen, dass die Sicherheit und Effizienz der Arzneimittelversorgung weiter gesteigert werden kann.

Eine von 374 Krankenhausapotheken deutschlandweit beherbergt das Klinikum Lüdenscheid. Neben Apothekendirektor Dr. Peter Hülsmeyer sorgen dort noch 19 weitere Fachkräfte (Apotheker, Pharmazeutisch Technische Assistenten und Pharmazeutisch Kaufmännische Angestellte) dafür, dass viele tausend Medikamente tagtäglich in unterschiedlicher Zusammenstellung zu den Stationen und Patienten gelangen. "Bislang haben wir die Bestellungen der Stationen aufwendig von Hand zusammengestellt", beschreibt Dr. Hülsmeyer eine wesentliche Neuerung. Bald schon übernimmt dies ein sog. Packungs-Kommissionierautomat mit einem automatischen Förderband und führt gleichzeitig über eine europäische Datenbank für jedes Medikament eine Echtheitsprüfung durch. Die gewonnene Zeit kann das Team der Apotheke für andere wichtige Aufgaben einsetzen. So muss durch die seit Jahren dramatisch zunehmenden Lieferengpässe der Pharmaindustrie täglich zeitaufwendig nach Alternativlieferanten oder Ersatzpräparaten gesucht werden.

"Das ist nur eines von vielen Beispielen, warum wir uns auf unsere neue Apotheke freuen", betont Apothekendirektor Dr. Peter Hülsmeyer. Umgebaut wird seit etwas mehr als einem Jahr bei laufendem Betrieb, denn die Versorgung der Patienten mit lebenswichtigen Arzneimitteln muss ohne Pause weiter gehen. Es werden Wände versetzt und Räume neu aufgeteilt, genau abgestimmt auf die logistischen Anforderungen an die Apotheke. Als weiterer Bereich wird die Sterilherstellung räumlich vergrößert. "Insbesondere die steigende Zahl von Krebspatienten macht die Herstellung deutlich größerer Mengen von individuell zubereiteten Infusions- und Injektionslösungen notwendig", erklärt Dr. Peter Hülsmeyer. Sogar spezielle Ernährung für Frühgeborene kann künftig in dem neuen Bereich der Apotheke im Klinikum selbst hergestellt werden.

Dr. Hülsmeyer: "Die Schwerpunkte der klinisch-pharmazeutischen Dienstleistungen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verlagert". Wurden in früheren Zeiten mehr Salben, Lösungen und andere Zubereitungen selbst hergestellt, ist heute die Bandbreite und Preisgestaltung von fertigen Präparaten so vorteilhaft, dass sich dies in vielen Fällen nicht mehr lohnt. Umso mehr Medikamente muss eine Apotheke vorhalten und die Abläufe so ausgestalten, dass diese innerhalb kurzer Zeit beim Patienten ankommen.

Ein Zauberwort der Lüdenscheider Klinikapotheke heißt "Unit Dose". Nach Prüfung und Freigabe der verordneten Arzneimittel durch einen Apotheker stellt seit elf Jahren ein Automat für jeden Patienten die Medikamente für jede Einnahmezeit in Klarsichtbeuteln zusammen. "Ein Aufdruck mit dem Namen des Patienten und den enthaltenen Präparaten sorgt für größtmögliche Sicherheit", betont Dr. Peter Hülsmeyer. Außerdem entlastet der Automat die Pflegekräfte, die in vielen Krankenhäusern neben ihrer Tätigkeit auf den Stationen, auch Medikamente für die Patienten stellen. Dieses Verfahren setzen derzeit nur rund 40 weitere Krankenhausapotheken in Deutschland ein.

Rund 500 Patienten des Klinikums Lüdenscheid werden bereits auf diese Weise mit ihren Medikamenten versorgt. Im Rahmen des Umbaus wird auch ein neuer Unit-Dose-Automat mit größerer Kapazität und neuer Technologie Einzug in die Apotheke am Klinikum halten. Damit soll es innerhalb kürzester Zeit möglich sein, die Medikamente für alle Patienten des Klinikums und der Stadtklinik Werdohl zu portionieren und bereitzustellen.

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