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07.12.2018, Werdohl

Gute Ernährung ist auch im Alter wichtig

Appetitlosigkeit ist bei älteren Menschen keine Seltenheit. Schätzungsweise ein Drittel aller Senioren leidet an gesundheitsgefährdenden Ernährungsdefiziten. Dr. Magdalena Aniol, Klinikdirektorin der Abteilung für Akutgeriatrie und Frührehabilitation an der Stadtklinik Werdohl, kennt diese Problematik von vielen ihrer Patienten nur allzu genau und hielt am Dienstag einen informativen Vortrag zu diesem Thema.  Schmeckt das Essen einfach nicht mehr? Oder fehlt die Lust am Kochen, wenn man sowieso allein essen muss? Passt die Zahnprothese nicht mehr? Oder gibt es Schluckstörungen? "Die Ursachen, warum zu wenig gegessen wird bzw. ein Nährstoffmangel besteht, müssen erst einmal herausgefunden werden" sagte Dr. Aniol. Denn mit einer Mangelernährung ist nicht zu spaßen: Wer auf Dauer zu wenig isst oder trinkt, nimmt nicht einfach nur ab. Symptome wie Schwäche und Abgeschlagenheit zeigen sich schnell, Muskelkraft und Knochenmasse reduzieren sich und führen zu einem erhöhten Sturzrisiko. Lässt die Leistungsfähigkeit des Körpers auf diese Weise nach, schwindet oft auch die gefühlte Lebensenergie - Depressionen treten auf.

Wenn die Ursachen der Mangelernährung gefunden sind, sollten Maßnahmen ergriffen werden, um den Appetit wieder anzuregen und den Ernährungszustand durch einen ballaststoff- und eiweißreichen Speiseplan schnell zu verbessern: Bunte und abwechslungsreiche Kost hilft dabei, beispielsweise Vollkorngetreide, viel Gemüse und Obst, täglich frische Milchprodukte und Fleisch in Maßen. Mehrere kleine Zwischenmahlzeiten würden oft besser angenommen als große Portionen, so sind beispielsweise Käsewürfel oder kleine Tomatensticks im "Vorbeigehen" bei Senioren durchaus beliebt. Generell gilt: Essenswünsche und -vorlieben sollten immer berücksichtigt werden, wenn die Gesundheit es erlaubt.

Bei Schluckstörungen können dünnflüssige Speisen und Getränke angedickt werden, so braucht man keine Angst mehr zu haben, sich zu verschlucken.
Wenn eine ausreichende Ernährung mit der normalen Kost nicht mehr möglich ist, können kalorienreiche Zusatznahrungen und hochkalorische Getränke unterstützen. Diese Trinknahrungen können sowohl ergänzend zum normalen Essen als auch zur ausschließlichen Ernährung verwendet werden und ermöglichen es, den ungewollten Gewichtsverlust zu verlangsamen oder zu stoppen.

Am Ende des Vortrags nahm sich die Referentin Zeit, um Fragen der Besucher zu beantworten.

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