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25.11.2019, Lüdenscheid

Wenn die Haut zu groß geworden ist -Straffungsoperationen nach starker Gewichtsreduktion

Kilos verlieren, Lebensqualität gewinnen. Darum dreht es in der Behandlung von Adipositas. Doch wer stark abnimmt, hat mit überschüssiger Haut zu kämpfen. Wenn die Pfunde geschmolzen sind und zu viel Haut übrig geblieben ist, hilft oft nur noch eine Straffungsoperation. Im Rahmen eines informativen Vortrags der Reihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken" hat PD Dr. Max Meyer-Marcotty, Direktor der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie / Handchirurgie am Klinikum Lüdenscheid die Möglichkeiten von verschiedenen Straffungsoperationen zur Rekonstruktion der Körperform aus plastisch-chirurgischer Sicht sehr anschaulich erklärt.

Nach einem großen Gewichtsverlust sind häufig große Hautüberschüsse an Hüfte, Brust, Po, aber auch an Armen und Beinen vorhanden. Seine Patienten kommen zu ihm, wenn sie sehr viel Gewicht verloren haben, oft 50 Kilogramm und mehr. Das Fett ist weg, doch die Haut ist geblieben. "Die Patienten fühlen sich in ihrem Körper nicht mehr wohl. Durch das starke Übergewicht wurde die Körperhülle gedehnt, das Bindegewebe ausgeleiert. Das lässt sich auch nicht mit Sport oder kosmetischen Behandlungen beheben", so Dr. Meyer-Marcotty.

Aber die Patienten entscheiden sich nicht allein aus ästhetischen Gründen für eine Körperstraffung. So führen die Hautüberschüsse auch zu körperlichen Problemen: Die Hautfalten reiben aufeinander und nässen. In den Falten kann es zu Entzündungen und Pilzbefall kommen. Die tägliche Körperhygiene wird durch das Zuviel an Haut erschwert, viele Sportarten sind zudem nicht möglich. "Dabei ist Bewegung wichtig, damit die Patienten weiter abnehmen", so der Experte.
Viele seiner Patienten haben einen so genannten bariatrischen Eingriff zur Reduktion des Körpergewichts hinter sich, etwa eine Schlauchmagen- oder eine Magenbypass-Operation. Für adipöse Patienten sind diese Operationen oft die einzigen effektiven Maßnahmen, um das extreme Übergewicht, das zahlreiche Folgeerkrankungen verursachen kann, los zu werden. Nach dem bariatrischen Eingriff verlieren viele Patienten in relativ kurzer Zeit viel an Gewicht - das sie durch ausgewogene und angepasste Ernährung sowie viel Bewegung halten müssen. Dr. Meyer-Marcotty rät den Betroffenen dazu, erst eine Straffungs-OP durchführen zu lassen, wenn das persönliche Zielgewicht erreicht ist. Der Grund dafür ist plausibel: Nimmt der Patient nach der Straffungs-OP weiter ab, gibt es erneut Hautüberschüsse. Welche Operationstechnik und welche Schnittführung zum Zuge kommen soll, ist individuell unterschiedlich. Nach einer körperlichen Untersuchung und eingehender Beratung durch Dr. Meyer-Marcotty fertigt er ein Gutachten, das dann vom Patienten zur Bewilligung der Kosten bei der Krankenkasse eingereicht werden kann.

Ist die Operation erst einmal überstanden, stützen Kompressionsmieder oder ein Bauchgurt das Gewebe in den ersten Wochen nach dem Eingriff und sorgen dafür, dass sich die Haut wieder formschön anmodellieren kann. Nur - ohne Narben geht es nicht, das zeigten auch die "Vorher-Nachher"-Aufnahmen. Da die Narben aber im Laufe der Monate verblassen und die Schnitte, soweit möglich, an Stellen gesetzt werden, an denen Narben nicht so sehr auffallen,  freuen sich die Patienten nach der Straffungs-OP über ein großes Mehr an Lebensqualität., das sie so erreicht haben.


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