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30.10.2019, Lüdenscheid

Wenn die Atemwege eng werden

Asthma bronchiale und COPD sind häufig vorkommende Erkrankungen und zählen mittlerweile zu den echten Volkskrankheiten. Es handelt sich hierbei aber um zwei völlig verschiedene Krankheitsbilder, die trotz ähnlicher Symptome wie Luftnot eine unterschiedliche Behandlung erfordern. Über Ursachen, Verlauf und die Behandlung von Asthma und COPD klärte Privatdozent Dr. Karl-Josef Franke, Direktor der Klinik für Pneumologie, Internistische Intensivmedizin, Infektiologie und Schlafmedizin am Klinikum Lüdenscheid, im Rahmen seines informativen Vortrags der Reihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken" ausführlich auf.

"Das Asthma ist eher eine Krankheit, die häufig im Kindesalter beginnt und COPD eine Erkrankung des älteren Menschen", unterschied Dr. Franke und erklärte zum Thema Asthma die so genannte Hygiene-Hypothese, die von Wissenschaftlern bestätigt ist: Wer als Kind vielen Keimen ausgesetzt war, entwickelt später seltener eine Allergie und in der Folge Asthma. Demnach kommen die so genannten "Stallkinder", also diejenigen, die auf einem Bauernhof groß werden, mit besonders vielen verschiedenen Bakterien in Kontakt. Das beschäftigt die kindliche Immunabwehr und beugt späteren Reaktionen des Immunsystems vor. Wenn Kinder aber in einer relativ keimarmen Umgebung leben, erlernt das Immunsystem keine normale Antwort gegen üblicherweise harmlose Umweltstoffe und entwickelt im späteren Leben überschießende Immunantworten, die sich möglicherweise sogar gegen körpereigene Strukturen richten", erklärte Dr. Franke. Asthma lässt sich allerdings heutzutage medikamentös hervorragend einstellen während bei der COPD mit oder ohne Emphysem derzeit nur eine symptomatische Behandlung erfolgen kann. Die COPD sei mittlerweile an die dritte Stelle der häufigsten Todesursachen getreten, erklärte der Experte. Schuld ist einerseits das Rauchen, aber auch die Tatsache, dass Menschen hierzulande eine immer höhere Lebenserwartung haben und dann im höheren Alter eine COPD entwickeln.

Asthma bronchiale und COPD unterscheiden sich sowohl in ihren Symptomen als auch in der Lungenfunktion und der Darstellung in den bildgebenden Verfahren, insbesondere der Computertomographie. Die Unterscheidung ist für die Diagnose und die anschließende Behandlung von großer Bedeutung; "Medikamente sind in der Behandlung beider  Erkrankungen sehr wichtig. Mindestens genauso wichtig sind aber auch nicht-medikamentöse Strategien und Behandlungsformen. Besonders für die COPD spielt beispielsweise die tägliche Bewegung eine sehr entscheidende Rolle. Gehen Sie mindestens eine halbe Stunde pro Tag spazieren.", appellierte Dr. Franke auch an die erkrankten Besucher des Vortrags, die am Ende noch die Zeit für persönliche Fragen nutzten.

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