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03.04.2019, Lüdenscheid

Schmerzen im Knie gut behandeln

Gehen, Laufen, Tanzen, Springen, Fahrradfahren - das beug- und streckbare Knie macht Bewegungsabläufe, die uns so alltäglich erscheinen, erst möglich. Knieschmerzen hingegen schränken unsere Lebensqualität stark ein. Moderne Behandlungsmöglichkeiten bei schmerzenden Knien stellte Dr. Michael Klein, Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie/ spezielle Unfallchirurgie, im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken" vor.

"Die Anatomie des Kniegelenkes ist sehr komplex und erfordert ein hohes Maß an Erfahrung bei der richtigen Einschätzung der Ursachen für die Schmerzen", so Dr. Klein. Keinesfalls könne anhand von Bildbefunden allein eine Indikation gestellt werden. Zu einer gewissenhaften Einschätzung gehört immer auch die Untersuchung.

Die Behandlung bei Kniearthrose hängt beispielsweise vom Ausmaß des Gelenkverschleißes ab. Aber auch das Alter und die Einschränkung von Mobilität und Lebensqualität spielen eine wichtige Rolle. "Eine gründliche Diagnostik und das Gespräch mit dem Patienten helfen dabei, die individuell richtige Therapie zu finden", erklärte Dr. Klein den Besuchern, die den laienverständlichen Vortrag aufmerksam verfolgten. Doch wie entsteht Arthrose überhaupt? Wenn sich der Knorpel durch Überlastung, unfall- oder altersbedingt oder durch Fehlstellungen reduziert, reiben die Knochen aufeinander. Dies führe zu Entzündungen und Schmerzen, so Dr. Klein. Das Gelenk könne sich nicht mehr "reibungslos" bewegen.

Bei leichterem Verschleiß im Knie wird zunächst versucht, die Beschwerden mit konservativen Maßnahmen zu lindern, etwa durch Krankengymnastik, physikalische Anwendungen, Medikamente oder Injektionen. Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind, sollte über eine gelenkerhaltende Operation des Kniegelenks nachgedacht werden - beispielsweise eine Umstellungsoperation, bei der auch Fehlstellungen wie O- und X-Beine korrigiert werden. Eine modernes Operationsverfahren ist auch die so genannte Mikrofrakturierung, bei der der operierende Arzt winzige Löcher in den Knochen einbringt, aus denen die Stammzellen für die Entwicklung eines neuen Knorpels herausquellen.

Eine Knie-OP kommt auch in Frage, wenn Fehlstellungen oder Schäden der Kniescheibe die Statik des Kniegelenks stören und Schmerzen auslösen. Kreuzband- und Meniskusrisse sowie Schäden an den Außen- und Innenbändern müssen ebenfalls häufig operativ versorgt werden. 

Ist das Knie aufgrund der unterschiedlichen Erkrankungen oder Verletzungen zu stark beschädigt, hilft manchmal nur noch der Ersatz des defekten Gelenks: Ein so genanntes künstliches Knie. Die richtige Wahl des optimalen Implantattyps hängt entscheidend von den individuellen Voraussetzungen ab, hierbei berät  Dr. Klein und sein Team der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie jeden Patienten eingehend. Denn das künstliche Gelenk soll ja schließlich die Mechanik des eigenen Gelenks bestmöglich nachahmen und zu einer Verbesserung der Lebensqualität führen.

Wann ist aber der richtige Operationszeitpunkt gekommen? "Wenn die Beweglichkeit im Knie erheblich reduziert ist, die Schmerzen nicht mehr gut erträglich sind und konservative Maßnahmen zu keiner ausreichenden Besserung mehr führen", erklärte Dr. Klein am Ende eines sehr informativen Abends. Viele Besucher waren erstaunt, dass die orthopädische Chirurgie am Klinikum Lüdenscheid inzwischen einer der Schwerpunkte in der Versorgung geworden ist."

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