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27.03.2019, Lüdenscheid

Thrombose - eine unterschätzte Erkrankung

Geschwollene Beine? Bei Hitze hatte man die doch schon öfter. Steckt aber ein Blutgerinnsel in einer Vene dahinter, kann es zu lebensgefährlichen Komplikationen wie einer Lungenembolie kommen. Aber wie unterscheidet man eine harmlose Schwellung von einer Thrombose?

Diese und weitere wichtige Fragen standen im Vordergrund des Vortrags von Priv.-Doz. Dr. Spiridon Botsios, Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie am Klinikum Lüdenscheid. "Etwa 40.000 Menschen sterben jährlich infolge einer Lungenembolie", warnte er, die zahlreichen Besucher seines Vortrags. Damit sei die Thrombose eine häufige und unterschätzte Erkrankung.

Beispielsweise durch krankheitsbedingten Bewegungsmangel kann die Zirkulation des Blutes behindert werden, es bildet sich ein Blutpfropf (Thrombus), der das Gefäß verschließt. Besonders gefährlich wird es, wenn sich ein solcher Thrombus löst und vom Blutstrom mitgerissen wird. Wird er in die Lunge gespült, kommt es zur nicht selten tödlichen Lungenembolie.

Warnzeichen für eine Thrombose sind die Schwellung eines Beins, Hitzegefühl in einem Bein, eine bläuliche Färbung eines Beins und auch Schmerzen.  Da die Symptome einer Thrombose nicht immer eindeutig sind, ist es ganz wichtig, frühzeitig den Arzt aufzusuchen, der im Falle des Falles an die Gefäßchirurgische Klinik überweist. Dort findet eine gründliche Untersuchung der Beine, aber auch des Blutes statt. Mit dem so genannten D-Dimer-Test werden bei Gerinnungsprozessen entstehende Abbauprodukte im Blut bestimmt. Und mit einer speziellen Ultraschalluntersuchung lassen sich Thromben genau lokalisieren.

"Behandelt wird die Thrombose mit blutverdünnenden Medikamenten, die dafür sorgen, dass das Gerinnsel nicht weiter wächst und allmählich abgebaut wird. Zudem ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen sehr wichtig", erklärte Dr. Botsios seinem Publikum. Die Dauer der Therapie hänge von den Ursachen und Ausdehnung der Thrombose ab und betrage meist drei bis sechs Monate. Darüber hinaus könne eine langfristige Blutverdünnung nötig sein, je nach individuellem Risiko.
Eine weitere Ursache für Beinvenenthrombosen sind Langstreckenflüge, auf denen man stundenlang stillsitzen muss. Eine geeignete Maßnahme ist auch hier das Tragen von Kompressionsstrümpfe. Außerdem sollten Flugreisende viel trinken, um das Blut flüssig zu halten - allerdings nur alkoholfreie Getränke. Und man sollte so oft wie möglich aufstehen, sich bewegen und  im Sitzen die Füße abrollen.

Im Anschluss an den laienverständlichen und interessanten Vortrag der Reihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken" nahm sich Dr. Botsios noch viel Zeit, die persönlichen Fragen der Zuhörer zu beantworten.

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