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24.01.2019, Lüdenscheid

Der Mensch im Mittelpunkt

"Der Mensch im Mittelpunkt - Ethik im Krankenhausalltag", so lautet das Motto zum vierten "Tag des Patienten" am Montag, 28. Januar von 13.30 bis 16.00 Uhr im Foyer des Haupthauses des Klinikums Lüdenscheid. Interessierte aus Lüdenscheid und Umgebung sind herzlich eingeladen, mit Experten über verschiedene Themen zu sprechen, die ethisches Handeln im Krankenhaus berühren und Antworten auf Fragen zu bekommen, die vielleicht schon länger unter den Nägeln brennen.

Da es im Krankenhaus nicht nur um die Behandlung von Krankheiten, sondern von Menschen geht, ist es von großer Bedeutung, dass menschliche Bedürfnisse angemessen berücksichtigt werden. Patienten der Märkischen Kliniken sollen darauf vertrauen, dass sie nicht nur nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen behandelt werden, sondern ihr persönlicher Wille und ihre individuelle Würde gleichermaßen respektiert werden. Selbstbestimmungsrecht, Vertrauen, Respekt, Rücksicht und Mitgefühl als moralische Werte spielen in der pflegerischen wie ärztlichen Versorgung eine große Rolle. So sind es beispielsweise häufig ärztliche Entscheidungen über eine mögliche weitere Therapie bei Schwerstkranken, die neben der medizinischen auch eine ethische Kompetenz erfordern.

Welche Möglichkeiten hat der Patient, mit seinen Bedürfnissen und seinen Fragen den weitgehend getakteten Klinikalltag im Rahmen der Behandlung mitzubestimmen?  "Viele Patienten kennen ihre Rechte nicht oder nicht ausreichend", sagt Johanna Gossens, Pflegewissenschaftlerin und Mitarbeiterin im Medizinischen Controlling der Märkischen Kliniken aus langer Berufserfahrung. Aus diesem Grund ist sie am "Tag des Patienten" an einem der Stehtische im Foyer präsent: Als Gesprächspartnerin, um zu unterstützen und über Einflussmöglichkeiten und Rechte der Patienten zu informieren. An einem weiteren Tisch haben Interessierte  außerdem die Möglichkeit, die Aufgaben und Funktionen des Patientenfürsprechers und des Beschwerdemanagements kennenzulernen.

Über den Umgang mit einer Patientenverfügung und einer Vorsorgevollmacht geht es am Tisch von Silvia Apel, Krankenschwester und Mitarbeiterin des Patienten-Informations-Zentrums am Klinikum Lüdenscheid. "Die Patientenverfügung ist das stärkste Instrument der Selbstbestimmung, wenn man sich selbst nicht mehr äußern kann. Gleichzeitig gibt sie den  Angehörigen Sicherheit in schwierigen Entscheidungen der Gesundheitsfürsorge", erklärt Silvia Apel. Doch wie sollte eine sinnstiftende Vollmacht inhaltlich aussehen und welche Konsequenzen hat diese für einen selbst, die Angehörigen, aber auch die behandelnden Ärzte?

Wissenswertes zum Krankenhausaufenthalt und etwas für die Seele gibt es am Tisch von Bettina vom Brocke, Seelsorgerin und Mitglied des Ethikkomitees im Klinikum Lüdenscheid. "Eine andere Welt: Wie komme ich zurecht im Krankenhaus?", hat sie hinterfragt und gibt nun Hilfreiches aus ihrem langjährigen Erfahrungsschatz weiter. Denn während oder nach einem Krankenhausaufenthalt ergeben sich oft einschneidende Veränderungen: Situationen, mit denen man womöglich überfordert ist oder durch einen Unfall oder eine Erkrankung plötzlich auf Hilfe angewiesen ist. Ein Gespräch mit der Seelsorgerin tut da vielen gut.

Bundesweit nehmen Kliniken an diesem vom Bundesverband für Patientenfürsprecher in Krankenhäusern (BPiK) und Bundesverband Beschwerdemanagement für Gesundheitseinrichtungen (BBfG) initiierten Aktionstag teil und machen auf die Rechte von Krankenhauspatienten aufmerksam.

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