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24.01.2019, Lüdenscheid

Magenerkrankungen - vom Reflux bis zum Tumor

Vermutlich hat jeder Mensch in seinem Leben schon einmal mit Magenschmerzen  zu kämpfen gehabt: Übelkeit, Erbrechen, Oberbauch- und Rückenschmerzen, Völlegefühl, Gewichtsverlust oder Blutarmut - so unterschiedlich die Formen von Magenschmerzen sind, so verschieden können auch die Ursachen sein. In einem anschaulichen Vortrag der Reihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken" nahm Prof. Dr. Christopher Kelm, Direktor der Klinik für Allgemein-, Visceral- und spezielle Visceralchirurgie am Klinikum Lüdenscheid das Thema "Magenschmerz: Vom Reflux zum Tumor" unter die Lupe.

Hinter der Reflux-Krankheit verbirgt sich ein krankhaft gesteigerter Rückfluss des sauren Mageninhaltes zurück in die Speiseröhre. Häufig ist dabei der Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen gestört - die Patienten leiden unter starkem Sodbrennen sowie Schmerzen hinter dem Brustbein. Auch Bakterien wie Helicobacter können für den Reflux verantwortlich sein, durch eine Magenspiegelung lassen sich diese einfach nachweisen und durch Antibiotika behandeln.

Die Behandlung der Reflux-Beschwerden sei zunächst konservativ durch verschiedene Medikamente möglich. Weitere Maßnahmen seien eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht und das Hochlagern des Oberkörpers beim Schlafen. "Eine Operation ist nicht zwingend notwendig. Ausschlaggebend ist, wie ausgeprägt die Entzündung der Speiseröhre ist, ob ein Zwerchfellbruch vorliegt und wie gut der Patient auf säurehemmende Medikamente anspricht", erklärte Prof. Kelm. Führt dies nicht zur Besserung der Beschwerden, wird eine Messung des Rückflusses in die Speiseröhre, eine Druckmessung zur Bestimmung der Speiseröhrenbeweglichkeit und eine Röntgenuntersuchung der Speiseröhre und des Magens durchgeführt. Ist eine Operationsnotwendigkeit gegeben, findet diese durch eine minimal-invasive Operation mit Umschließen des unteren Endes der Speiseröhre unter Zuhilfenahme einer "Magenwandmanschette" statt.

"Schluckbeschwerden, Schmerzen, Aufstoßen, "Magen"-Blutungen und ungewollte Gewichtsabnahme können aber leider auch auf einen Tumor in der Speiseröhre hindeuten", so Prof. Kelm.  Die zumeist operative Behandlungsform richtet sich nach dem Stadium des Tumors und der Frage, ob Absiedelungen des Tumors festgestellt wurden. Ist der Tumor fortgeschritten, kommen weitere Behandlungsmaßnahmen wie Bestrahlungen und Chemotherapie zum Einsatz.

"Die Heilungschancen sind am größten, wenn der Tumor möglichst früh erkannt wird, deshalb bei Beschwerden lieber früher als später den Arzt aufsuchen", appellierte Prof. Kelm an sein Publikum, das anschließend noch viel Gelegenheit für persönliche Rückfragen hatte. 

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