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13.12.2018, Lüdenscheid

Das Leben nach dem Herzinfarkt

Wer nach einem Herzinfarkt regelmäßig Sport treibt, auf eine gesunde Ernährung achtet und eingefahrene Gewohnheiten ablegt, reduziert das Risiko für erneute Infarkte und tut gleichzeitig etwas für seine Lebensqualität. Nach dem Krankenhausaufenthalt ist es für Infarktpatienten aber auch wichtig, Kraft tanken und den Umgang mit der Erkrankung zu erlernen, erklärte Dr. Jens Kolbe, Oberarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie, im Rahmen seines anschaulichen Vortrags der Reihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken".

Zumeist nach einer Woche dürfen Infarkt-Patienten die Klinik bereits wieder verlassen. Jeder Betroffene wünscht sich natürlich, danach wieder so normal wie möglich weiterzuleben", so Dr. Kolbe. Eine Rehabilitation, oder kurz Reha, sei die beste Möglichkeit, diesen Wunsch wahr werden zu lassen, erklärte er den interessierten Besuchern.

Grundsätzlich steht jedem Patienten nach einer Herzoperation oder einem Infarkt eine Anschlussheilbehandlung zu. Ob eine solche Maßnahme in ambulanter oder stationärer Form sinnvoll ist, hängt von den individuellen Lebenssituation und dem Gesundheitszustand ab. Wer beispielsweise gern die Nacht im eigenen Bett verbringen möchte, ist in einer ambulanten Reha-Maßnahme gut aufgehoben. Der Patient muss allerdings belastbar genug sein, um mehrfach in der Woche in die Reha-Einrichtung gefahren zu werden.

Patienten lernen in der Reha beispielsweise, wie viel und welchen Sport sie ihrem Körper zumuten können. Wieder zuhause heißt es dann allerdings: dranbleiben. Als Richtwert gilt: dreimal pro Woche 30 Minuten Ausdauersport. Mehr Bewegung kann man auch in den Alltag einbauen, indem man mal die Treppe statt des Aufzugs benutzt und nicht mit dem Auto zum Briefkasten fährt, appellierte der Experte in Sachen Herz. Wer nicht gerne allein trainiert, ist in  einer Herzsportgruppe gut aufgehoben, die es in fast jeder Gemeinde gibt und die häufig von einem Arzt begleitet werden. Auch das Erlernen von Entspannungstechniken sorgt dafür, dass man mit Stress besser umgehen kann.

Herzpatienten empfahl Dr. Kolbe eine salz- und zuckerarme Ernährung aus der Mittelmeerküche mit viel Obst und Gemüse. Denn diese hat einen positiven Einfluss auf die Cholesterinwerte und wenn diese dauerhaft erhöht sind, ist das ein wesentlicher Grund für die Verengung der Gefäße.

Am Ende des Vortrags nahm sich Dr. Jens Kolbe viel Zeit für die Fragen der Besucher.

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