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27.02.2018, Lüdenscheid

"Sei neugierig und habe Freude an der Veränderung"

André Koch ist seit rund 100 Tagen Kaufmännischer Direktor bei der Märkische Gesundheitsholding GmbH & Co. KG. Zuvor war der Diplom-Wirtschaftsjurist  für die Agaplesion gAG als Geschäftsführer der HDV gGmbH Darmstadt im Geschäftsbereich Krankenhaus tätig und als Geschäftsführer der Klinikum Werra-Meißner GmbH Eschwege. Mit seiner langjährigen Erfahrung im Gesundheitswesen und seiner Kompetenz widmet er sich allen kaufmännischen Aufgaben im Unternehmensverbund der Märkischen Gesundheitsholding GmbH & Co. KG und wirkt bei der wirtschaftlichen und qualitativen Steuerung des Unternehmens entscheidend mit.

100 Tage bei der Märkische Gesundheitsholding GmbH & Co. KG, was ist Ihr Eindruck in zwei Sätzen?


Ich wurde hier sehr herzlich in Empfang genommen und bin sehr dankbar, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mir die Möglichkeit gegeben haben, meinen Platz einzunehmen. Das Unternehmen bietet viele reizvolle Themen, die wir auch in Zukunft weiterentwickeln dürfen und müssen, darauf freue ich mich.

Was sind denn die Aufgaben eines Kaufmännischen Direktors?


Ganz schön vielseitig. Ich bin zum Beispiel für die Finanzbuchhaltung, für das kaufmännische Controlling, für das Medizincontrolling, das administrative Patientenmanagement, den Einkauf, die IT und das Facility Management beziehungsweise die Technische Abteilung verantwortlich. Darüber hinaus gibt es natürlich Schnittmengen zu weiteren Bereichen.


Welche Bedeutung hat aus Ihrer Sicht die Holding für die soziale Infrastruktur des Märkischen Kreises?


Wir können den Menschen der Region mit unseren drei Krankenhausstandorten in Letmathe, Lüdenscheid und Werdohl ein wohnortnahes und umfassendes medizinisches Angebot anbieten. Mit den rund 3.200 Beschäftigten ist der Unternehmensverbund einer der größten und mit Sicherheit auch ein attraktiver Arbeitgeber. Das Betriebsleistungsvolumen liegt hier bei fast 250 Millionen Euro und ein sehr großer Teil fließt über die Vergütung der Beschäftigten und die beauftragten Dienstleister wieder in die Region zurück. Ich denke, man kann von einer sehr hohen Bedeutung für die Infrastruktur des Märkischen Kreises sprechen.

Sind Sie als Kaufmännischer Direktor ein typischer Zahlenmensch?


Wenn Sie damit meinen, dass ich mir den ganzen Tag Zahlenreihen und Tabellen ansehe, dann eher nicht. Und ich kann auch sagen warum: meine Aufgabe ist es nämlich viel mehr, als nur die Zahlen zu sehen. Ich bin der Überzeugung, man muss die Sachverhalte und die Menschen hinter den Zahlen sehen und sich immer die Frage stellen: „Wie kommen eigentlich die Zahlen zustande?“ Denn letztlich sind Zahlen immer das Ergebnis eines Vorgangs, einer Problemstellung oder eines Lösungsweges. Meine Aufgabe sehe ich deshalb viel mehr darin, auf die positive Entwicklung der Zahlen Einfluss zu nehmen. Dies muss sich dann natürlich in den Zahlenreihen und Tabellen widerspiegeln.

Herr Koch, wie würden Sie sich in drei Adjektiven beschreiben?


Oh, das ist gar nicht so leicht. Ich bin auf jeden Fall sehr ehrgeizig und ich würde mich auch als empathisch beschreiben. Damit meine ich, dass ich gerne Menschen begegne und mit ihnen zusammenarbeite. Und ich versuche, ein dankbarer Mensch zu sein.

Welche Eigenschaften sind wichtig, für Ihre Rolle als Vorgesetzter?


Man sollte eine klare Haltung haben, die aber auch beeinflussbar sein darf, wenn es gute Argumente gibt. Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit finde ich auch sehr wichtig und das Gespräch auf Augenhöhe liegt mir sehr am Herzen. Jeder Mitarbeiter nimmt in einem Unternehmen einen Platz und eine Funktion ein, deshalb trägt auch jeder Mitarbeiter zum Erfolg eines Unternehmens bei und jede Tätigkeit ist wertvoll. Ich sehe mich als Vorgesetzter auch in einer Beratungsfunktion und freue mich immer darüber, wenn meine Mitarbeiter Ideen und Lösungsvorschläge einbringen.

An welchen Ort möchten Sie unbedingt mal reisen, wo Sie noch nie gewesen sind?


Definitiv Neuseeland. Die Natur, das vielseitige Klima  und die Menschen würde ich dort gerne mal hautnah erleben. Und wahrscheinlich ist es auch die Sehnsucht nach einem richtig fernen Land.

Was sollte man Ihrer Meinung nach unbedingt einmal im Leben ausprobiert haben?


Da schießt mir als erstes in den Kopf: eine Familie gründen. Diese Fülle und Reichhaltigkeit an Lebenserfahrung, die man dadurch erhält, ist einfach toll. Kinder auf die Welt vorzubereiten mit all ihren Herausforderungen – und da warten mit Sicherheit viele -  ist für mich einer der wertvollsten Beiträge für unsere Gesellschaft.

Nennen Sie uns drei Botschaften, die Sie Ihren Kindern für das Berufsleben mit auf den Weg geben?


Sei neugierig, offen für Neues und habe Freude an der Veränderung. Jetzt waren das zwar schon drei, aber was ich meinen Kindern noch rate: verhalte dich immer angemessen und fair anderen gegenüber. Außerdem gebe ich ihnen mit auf den Weg, dass es wichtig ist, seine Interessen zu kennen und sich „seine“ Ziele zu stecken, die man niemals aus den Augen verlieren darf. Ich mache meinen Kindern keine Vorgaben, welchen Beruf sie mal wählen sollen. Sie sollen etwas machen, was ihnen Spaß macht. Ich werde sie, so gut es geht, darin unterstützen.

Ihr erster Winter im Sauerland – wie haben Sie ihn erlebt?


Dunkel und regnerisch – das soll ja auch der dunkelste Winter seit langem gewesen sein. Ist momentan sicherlich ein Deutschlandphänomen. Trotzdem war ich begeistert seit langer Zeit mal wieder so viel Schnee erlebt zu haben, das hat mich ein bisschen an meine Kindheit erinnert.

Was inspiriert Sie?


Mich inspiriert die Sichtweise, die andere Menschen auf bestimmte Themen haben. Wenn man nämlich den eigenen Blick mit den Perspektiven anderer kombiniert, hilft es einem viel mehr zu sehen.

Was ist Ihr Lieblingszitat?


Oh, ich mag ganz viele Zitate. Wenn es mein Lieblingszitat sein soll, würde ich mich für folgendes Zitat entscheiden: „Die Zukunft soll man nicht voraussehen, sondern möglich machen“ von Antoine de Saint- Exupéry.

Der Blick in die Glaskugel, wo sehen Sie die größten Herausforderungen für die nächsten 5 Jahre?


Zunächst erstmal sehe ich den Fokus, unseren Patientinnen und Patienten weiterhin eine gute Versorgung an unseren drei Standorten anzubieten. Aber eben auch mit der Dynamik der Veränderung, mit der wir in der Region und im Gesundheitswesen konfrontiert werden, Schritt zu halten. Medizinische Entwicklungen möchten wir so schnell wie möglich hier am Standort etablieren, Strukturen und Qualitätsentwicklung weiter vorantreiben. Wir müssen uns der Herausforderung stellen, dem Fachkräftemangel innovativ zu begegnen. Die Digitalisierung ist nicht nur in unserem privaten sondern auch in unserem beruflichen Umfeld ein sehr beherrschendes Thema. Hier geht es aus meiner Sicht darum dem Digitalisierungsprozess nutzbringend zu gestalten. Und ganz wichtig finde ich, unsere Kolleginnen und Kollegen im Prozess dieser ständigen Anpassungen mitzunehmen, also bei all den Veränderungen nicht aus den Augen zu verlieren. Am Ende ist entscheidend, auch weiterhin wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben, um in unsere Zukunft investieren zu können.

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