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15.02.2018, Lüdenscheid

Letzte Lösung: Das künstliche Hüftgelenk

Schmerzen in der Hüfte, ob bei längerem Sitzen, Stehen oder Gehen. Viele der interessierten Besucher konnten davon sicherlich ein Lied singen. Gleich zwei Experten gaben am vergangenen Dienstag in einem Vortrag der Reihe „Dienstags in den Märkischen Kliniken“ wertvolle Informationen rund um die Arthrose des Hüftgelenkes weiter.

Mit großer Erwartung, aufmerksamen Blicken und gespitzten Ohren lauschten die Zuhörer dem erfahrenen Referenten Dr. Michael Klein, Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Spezielle Unfallchirurgie am Klinikum Lüdenscheid, der zunächst das große Leistungsspektrum seiner Klinik vorstellte und dann seine Besucher auf eine Reise durch die Möglichkeiten der Diagnostik, der Symptome und den vielseitigen Behandlungsmöglichkeiten mitnahm. Dabei fiel immer wieder das Stichwort: „Mich interessiert nicht allein das Röntgenbild, sondern der Mensch. Mir geht es darum den Patienten und sein Beschwerdebild kennenzulernen“, erklärt Dr. Klein. Und das hat auch seinen Grund, denn nicht immer ist jeder Fall eindeutig. Oft gleicht das Arztsein nämlich einem Detektivspiel. Kommen die Schmerzen wirklich von der Hüfte? Oder ist es vielleicht der Rücken oder sogar das Knie? All das gilt es durch präzise Möglichkeiten der Diagnostik herauszufinden. Erst dann kann mit und für den Patienten ein individueller Therapieplan erstellt werden. Hierbei gilt für Dr. Klein nur eine Devise: „Erst wenn alle nicht-operativen Maßnahmen ausgeschöpft sind und der Leidensdruck enorm hoch ist, kommt eine Operation und damit das Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenkes in Frage.“

Die konservativen Behandlungsmethoden stellte Daniela Mühlbauer, Physiotherapeutin in der Physikalischen Therapie am Klinikum Lüdenscheid, vor. Getreu dem Motto „Wer rastet der rostet“ ist hierbei die Bewegung das A und O, denn es geht darum Muskeln aufzubauen. „Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Walking eignen sich besonders gut“, weiß Mühlbauer. Oft verschaffen diese Methoden allerdings nur eine kurzfristige Schmerzlinderung, um eine Operation so lange wie möglich hinauszuzögern. Denn der bei einer Arthrose fehlende Knorpel kann sich nicht neu bilden. Deshalb kommt man nicht immer um eine künstliche Hüftprothese herum. Dr. Michael Klein erklärte anschaulich anhand von Bildmaterial und mitgebrachten Prothesenmodellen den Einsatz einer Hüftprothese und nahm die Besucher mit auf eine Fotoreise durch den neuen OP-Trakt am Klinikum Lüdenscheid.
Am Ende des Vortrags nutzten die Besucher die Zeit und löcherten die Referenten mit Fragen rund um die Arthrose, denn davon waren viele an diesem Abend selbst betroffen. 

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