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14.08.2020, Lüdenscheid

Dr. Klein gelingt seltene Hüft-Operation bei 14-Jährigem

Medizinische Meisterleistung in Lüdenscheid: Der 14-jährige David Buchmann ist regelmäßig auf seinem Longboard unterwegs - und kam immer unversehrt wieder zurück nach Hause. Doch Ende Juli geschah das Unglück: Er geriet beim Fahren ins Schleudern und stürzte so schwer, dass sich nicht nur seine Hüfte ausgekugelt hatte, sondern zudem noch der Pfannenrand der Hüftpfanne gebrochen war. Mit einer äußerst seltenen Hüft-Operation gelang es Dr. Michael Klein, Klinikdirektor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie / Spezielle Unfallchirurgie am Klinikum Lüdenscheid, die schweren Verletzungen des Jungen erfolgreich zu behandeln. David befindet sich nun auf dem Weg der Besserung.

"Als David zu uns in die Notfallambulanz kam, mussten wir zunächst seine Hüfte wieder eingerenken und sie mit einem Antirotationsgips ruhigstellen", erzählt Dr. Michael Klein, Klinikdirektor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie / Spezielle Unfallchirurgie am Klinikum Lüdenscheid. "Mit einer Magnetresonanztomografie und einer Computertomographie konnten wir den Bruch des Pfannenrades der Hüftpfanne eindeutig diagnostizieren", so Dr. Klein weiter. Durch diesen Bruch bestand das Risiko, dass das Hüftgelenk des Jungen immer wieder aus der Hüftpfanne springt. Eine Operation, wusste Dr. Klein, könne die Genesung für David verkürzen und ihm schneller wieder auf die Beine helfen. "Das Ziel in der Behandlung von Beckenverletzungen ist immer eine frühzeitige Mobilisation des Patienten, um die Risiken und Komplikationen einer mehrwöchigen Bettruhe wie Gelenkeinsteifungen mit Abbau der Muskulatur oder Blutgerinnselbildungen im Gefäßsystem und nicht zuletzt die psychische Belastung des Patienten zu verringern", erklärt der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Doch das Schwierige an dieser Operation: Für Kinder in diesem Alter gibt es aufgrund fehlender, aktueller Literatur kein definiertes Handlungskonzept für eine solche Hüft-Operation.

Großer Erfahrungsschatz im Bereich Beckenchirurgie

"Um zu vermeiden, dass sich David einer vielleicht nicht notwendigen Operation unterziehen muss, haben wir die Hüft-Stabilität getestet, um zu prüfen, ob sich das Hüftgelenk bei kleinster Bewegung wieder auskugelt. Hierbei wurde bereits eine leichte Narkose eingeleitet, sodass David dabei keine Schmerzen spürte und wir sofort reagieren konnten", erinnert sich Dr. Klein. Doch es war, wie zuvor vermutet: Das Hüftgelenk blieb durch den Bruch nicht stabil genug, sodass sofort die Operation eingeleitet wurde.

Die etwa einstündige OP gelang Dr. Klein und seinem Team ohne Probleme. Zu verdanken ist dies der Expertise von Dr. Klein und seinem eingespielten Team, bestehend aus fünf Oberärzten und elf Assistenzärzten: Seitdem Dr. Michael Klein als Klinikdirektor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie / Spezielle Unfallchirurgie am Klinikum Lüdenscheid tätig ist, gehört der Bereich der Beckenchirurgie am Klinikum zu einem der Behandlungs-Schwerpunkte in der Fachabteilung. Mit etwa 50 Beckenfrakturen im Jahr, die dort medizinisch versorgt werden, liegt die Behandlungszahl der Klinik nicht nur über dem Durchschnitt, sie verfügt  damit auch über einen besonderen Erfahrungsschatz. "Nur wenige Krankenhäuser in der näheren Umgebung bieten dieses spezielle Gebiet der Chirurgie an. Deswegen stehen wir Kolleginnen und Kollegen aus anderen Krankenhäusern jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung und sind auch aufnahmebereit", sagt Dr. Klein. Dies gelte insbesondere für Notfälle, wie David. Als "Regionales Traumzentrum" bietet die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie/Spezielle Unfallchirurgie des Klinikums Lüdenscheid mit speziell geschultem Personal und einer exzellenten Ausstattung an medizinischen Geräten, alle notwendigen Ressourcen, um schwerverletzte Patienten rund um die Uhr bestmöglich zu behandeln.

Inzwischen ist David Buchmann wieder zu Hause. Mit Krücken kann er bereits vorsichtige Schritte gehen und in ein paar Wochen wird er seine Hüfte wieder voll belasten können. Die Mutter des 14-Jährigen, die die gesamten zwei Wochen bei David im Krankenhaus war, ist glücklich, dass die OP so erfolgreich war. "Dr. Klein hat sich sehr viel Zeit für uns genommen und hat uns seine Vorgehensweise genauestens erklärt - das war toll. Und auch die Schwestern sind alle sehr nett gewesen", so Nadja Buchmann. Auch wenn es noch etwas dauert, bis David wieder richtig fit ist, er freut sich jetzt schon darauf, wieder auf seinem Longboard zu stehen.

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