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03.08.2020, Lüdenscheid

Schule für Medizinisch-technische Radiologieassistenten der Märkischen Kliniken geht offiziell an den Start

Sie werden deutschlandweit händeringend als Fachkräfte in Krankenhäusern gesucht und sind eine wichtige Schnittstelle zwischen Patient und Technik: Medizinisch-technische Radiologieassistentinnen und Radiologieassistenten, kurz MTRA. Um dem Personalmangel in diesem Berufsfeld entgegenzuwirken, haben die Märkischen Kliniken in Lüdenscheid eine eigene MTRA-Schule gegründet. Mit der offiziellen Urkunde der Bezirksregierung Arnsberg ist nun der Startschuss für dieses besondere Projekt auch offiziell gefallen. Am 03. August 2020 startete der erste Jahrgang der neuen MTRA-Schule mit 26 Auszubildenden, drei Lehrkräften sowie Praxisanleitern bei den Kooperationspartnern, die die Auszubildenden im praktischen Ausbildungsteil begleiten.

Für Dr. Thorsten Kehe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Märkischen Gesundheitsholding, seinem Stellvertreter Matthias Germer und Schulleiterin Tina Hartmann, die an der Gründung maßgeblich beteiligt waren, ein Grund zur Freude. Denn: Mit der Etablierung der eigenen MTRA-Schule möchten die Märkischen Kliniken nicht nur die eigenen Häuser, sondern möglichst die ganze Region mit den so heißbegehrten MTRA-Fachkräften versorgen.

"Die Berufsgruppe der MTRA ist eine kleine, aber systemrelevante Gruppe", erklärt Dr. Thorsten Kehe. Ob beim Röntgen, der Computertomografie (CT), der Magnetresonanztomografie (MRT), der Strahlentherapie oder in der Nuklearmedizin - überall dort, wo in der Medizin mit Strahlen gearbeitet wird, werden Medizinisch-technische Radiologieassistentinnen und Radiologieassistenten gebraucht. Somit sind sie beispielsweise für die Diagnostik in der Radiologie, der Nuklearmedizin oder auch bei der Bestrahlung tumorkranker Menschen unersetzlich - ohne sie funktioniert kein Krankenhaus. Doch insbesondere im ländlichen Raum kann der hohe Bedarf der MTRA-Fachkräfte nicht gedeckt werden. "Mit der neuen MTRA-Schule am Standort Lüdenscheid schaffen wir in Südwestfalen das erste Kompetenzzentrum für den anspruchsvollen und vielseitigen Beruf des Medizinisch-technischen Radiologieassistenten. Als Maximalversorger und größtes Krankenhaus in Südwestfalen sehen wir uns da in der Verantwortung. Es freut uns sehr, dass es nun losgeht", sagt Dr. Kehe.

Zehn Kooperationspartner aus der Region mit im Boot

Die Märkischen Kliniken bilden dabei nicht allein aus, sondern gemeinsam mit zehn Ausbildungspartnern aus einem Radius von 100 Kilometern rund um Lüdenscheid. Darunter zählen die Christophorus Kliniken in Coesfeld, das Alfried Krupp Krankenhaus Rüttenscheid und Steele in Essen, die Lungenklinik Hemer, das Klinikum Hochsauerland in Arnsberg sowie das Klinikum Oberberg in Gummersbach, das St. Martinus Hospital Olpe, das Agaplesion Bethesda Krankenhaus Wuppertal, das Evangelische Krankenhaus Mülheim a.d.Ruhr, das Kreisklinikum Siegen und das Marienhospital Gelsenkirchen.
"Die Partner entsenden ihre Auszubildenden für den theoretischen Unterricht in unsere Schule, während sie die praktischen Ausbildungseinheiten in dem jeweiligen Partner-Haus absolvieren", erläutert Matthias Germer, der bereits für die Märkischen Seniorenzentren das Fachseminar für Altenpflege gründete, die generalistische Ausbildung in der Alten- und Krankenpflege im Konzern umsetzt und seine Erfahrungen nun in die Gründung der neuen MTRA-Schule eingebracht hat. Sechs der 25 Auszubildenden werden ihren praktischen Ausbildungspart am Klinikum absolvieren. "Durch die praktischen Einheiten erhoffen wir uns natürlich eine enge Bindung der Azubis an ihr ´Heimathaus´, sodass wir sowie unsere jeweiligen Partner die Nachwuchskräfte übernehmen und damit auch zukünftig die Patientenversorgung sicherstellen können", fügt Matthias Germer hinzu.

Neben der MTRA-Ausbildung bietet die neue Schule an der Herscheider Landstraße in Lüdenscheid am Aldi-Parkplatz bereits seit Anfang August 2019 Anpassungslehrgänge für ausländische MTRA an. Diese haben in ihrem Herkunftsland schon eine Ausbildung in der Radiologie absolviert, müssen aber für die Berufserlaubnis in Deutschland meist noch zusätzliche Inhalte aus den Bereichen Strahlentherapie, Nuklearmedizin oder Strahlenschutz nachholen.

"Dass wir mit der Etablierung der MTRA-Schule den absolut richtigen Weg eingeschlagen sind, haben wir bereits lange vor Schulstart gespürt", freut sich Tina Hartmann, Schulleiterin und bundesweit anerkannte Bildungsexpertin für die MTRA-Ausbildung, die durch ihre gute Vernetzung maßgeblich zum Starterfolg der Schule beigetragen hat. "Nicht nur dass zahlreiche kooperationswillige Partner auf uns zugekommen sind, auch die Ausbildungsplätze für nächstes Jahr sind bereits zum Teil besetzt."

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