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26.08.2015, Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie

Schule trifft Chirurgie

Ein wenig mulmig sei ihnen schon zumute, gaben die drei Schülerinnen und ein Schüler zu, als sie morgens um 8 Uhr statt die Schulbank zu drücken vor der Tür des Operationssaales im Klinikum Lüdenscheid standen, ausgestattet mit OP-Kleidung - Mundschutz und Haube nicht zu vergessen. Ein ungewöhnliches Outfit für die jungen Leute, aber darum sollte es an diesem Morgen nicht gehen, sondern vielmehr um Biologie-Unterricht der besonderen Art:  „Schule trifft Chirurgie“ – so heißt das Projekt, das die Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie gemeinsam mit dem Biologie-Leistungskurs der Staberger Gymnasien bereits zum siebten Mal in Folge durchgeführt hat.

So großes Interesse hatte der WDR an der ungewöhnlichen Kooperation zwischen Schule und Klinik gefunden, dass es eine Reporterin samt Kamerateam nach Lüdenscheid schickte, um einen Beitrag für die allabendliche Sendung „Lokalzeit“ zu drehen. Und so trafen die Schüler, ihr Lehrer Michael Haferberger und das WDR-Team auf die Ärzte der Klinik, um Eindrücke von der täglichen Arbeit der Chirurgen zu bekommen.

Nachdem Kathrin Güngör, Oberärztin der Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie, den Schülern einiges über Besonderheiten der bevorstehenden Operation erklärt hatte, durften die Schüler beispielsweise dem Klinikdirektor Prof. Dr. Christopher Kelm und seinem OP-Team „über die Schulter schauen“. „Absolut spannend“ fand beispielsweise Jonas Quitschalle die verschiedenen Operationen, die er live miterleben durfte. Erstaunt zeigte er sich, wie unblutig eine endoskopische Operation doch ist. Und ob Medizin für ihn das richtige Studium sein könnte? „Ja, das ist eine Option, ich schwanke noch zwischen Medizin und BWL“, erklärte der Abiturient.

Nach zwei Operationen hatten sich die jungen Leute erst einmal ein Frühstück verdient, bevor es dann erneut in den Operationssaal ging und anschließend ein Ultraschallgerät getestet werden konnte. Für alle Fragen rund um die Themen Bauchchirurgie mit dem Schwerpunkt Darmkrebs stand das Ärzteteam rund um Prof. Kelm Rede und Antwort.

Zielsetzung des Projekts „Schule trifft Chirurgie“ sei einerseits eine praxisorientierte Vorbereitung der Schüler auf die für das Abitur relevanten molekulargenetischen Themen, andererseits aber auch naturwissenschaftlich interessierte Oberstufenschüler für die Medizin zu interessieren, so der Lehrer Michael Hafersberger, der eine Woche lang mit einer Kleingruppe aus seinem Bio-Leistungskurs ins Klinikum kam.

2009 ist dieses auf jeden Fall gelungen, denn der damalige Abiturient Ferdinand Toop fühlte sich nach dem Projekt in seiner Auffassung bestätigt, dass Medizin das richtige Studienfach für ihn sei. Auch er war sechs Jahre später wieder dabei und erzählte den Schülern und dem WDR-Team von seinen Erfahrungen. Heute ist er Medizinstudent im 10. Semester und hospitiert derzeit in seinem „Heimatkrankenhaus“, dem Klinikum Lüdenscheid.

Im OP-Saal mit dabei: Ein Fernsehteam des WDR drehte für die Aktuelle StundeSchülerinnen und Schüler der Starberger Gymnasien statteten dem Team unserer Klinik für Allgemeinund Visceralchirurgie einen Besuch ab und lernten die Arbeit im OP kennen
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