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14.02.2019, Lüdenscheid

Große Fortschritte in der Krebsmedizin

Noch immer ist Krebs nach Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Der Rückgang der Sterberate ist ein deutliches Zeichen für Fortschritte in der Krebstherapie, die vielen erkrankten Menschen Hoffnung geben. So sind beispielsweise die Überlebensraten bei Brust-, Darm-, und Hautkrebs stetig angestiegen. Durch künftige Innovationen besteht zudem berechtigte Hoffnung, dass sich dieser Trend weiter fortsetzt. Über die vergangene und aktuelle Entwicklung in der Krebstherapie berichtete Prof. Dr. Gerhard Heil, seit vielen Jahren Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie am Klinikum Lüdenscheid, im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken".

Vielfältige Fortschritte in der Onkologie gibt es in den vergangenen Jahrzehnten neben der Früherkennung in der operativen Behandlung, der Strahlentherapie und der medikamentösen Krebstherapie. Mit den so genannten zielgerichteten Therapie (Targeted Therapy) werden Krebszellen - unter größter Schonung von normalen Geweben - gezielt angegriffen. Anders als bei der Chemotherapie oder der Strahlentherapie richten sich diese neuen Wirkstoffe gezielt gegen ausgewählte Angriffspunkte (Targets) der Krebszelle. "Unterbricht man spezifische Eigenschaften der Krebszellen und damit auch Signalwege, kann man einen Wachstumsstopp des Tumors erreichen", erklärt Prof. Heil. Ein großer Vorteil dieser zielgerichteten Therapien ist, dass der Körper von Nebenwirkungen weitgehend verschont bleibt, allerdings sind diese nicht für jede Krebsart und jeden Patienten geeignet.

Groß sind auch die Erwartungen der Forscher und die Hoffnungen Erkrankter auf dem Feld der Immuntherapie. So hat das Immunsystem die Aufgabe, den Organismus gegen eindringende Keime, Fremdkörper und entartete Zellen (wie z.B. Krebszellen) und damit vor Krankheit zu schützen. Wenn es Krebszellen allerdings gelungen ist, einer Zerstörung durch das Abwehrsystem zu entkommen, erkrankt der Mensch. Die Immuntherapie verfolgt daher das Ziel, diese "Tarnung" der Krebszellen aufzuheben und das körpereigene Immunsystem anzuregen, gegen das befallene Gewebe vorzugehen - mit teilweise spektakulären Erfolgen.
Im Anschluss an den laienverständlichen und interessanten Vortrag nahm sich Prof. Heil noch viel Zeit, die persönlichen Fragen der Besucher zu beantworten.

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