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26.01.2018, Lüdenscheid

Moderne Medizin bei Erkrankungen der Prostata

Für die Therapie von Erkrankungen der Prostata stehen heute vielfältige Behandlungsoptionen zur Verfügung. Ärzte aus verschiedenen Fachbereichen im Klinikum Lüdenscheid arbeiten hier eng zusammen und können jeden Patienten individuell und bestmöglich beraten.

Über Behandlungsmöglichkeiten, Erfolgsaussichten und Risiken bei gut- und bösartigen Prostataerkrankungen informierten gleich drei Direktoren verschiedener Fachkliniken im Rahmen der in diesem Jahr neu gestarteten Veranstaltungsreihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken". Prof. Dr. Stefan Hautmann (Urologie), Prof. Dr. Rolf Larisch (Nuklearmedizin) und Dr. Dieter Schnalke (Strahlentherapie) machten mit ihren lebendigen Kurzvorträgen dem interessierten Publikum deutlich, dass Patienten von der engen bereichsübergreifenden Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche im Klinikum Lüdenscheid sowie der langjährigen Erfahrung profitieren.

Die Operation der Prostata in offener Technik, eine Roboter-assistierte Methode, oder die Gewebsabtragung auf endoskopischem Wege stellte Prof. Hautmann vor. . Eine Alternative zur Operation bei Prostatakrebs ist die Strahlentherapie mit hochenergetischen Röntgenstrahlen, die von einem Linearbeschleuniger erzeugt werden. "Mit der intensitätsmodulierten Bestrahlung (IMRT) steht ein Verfahren zur Verfügung, das höchste Präzision bietet" erklärte Dr. Schnalke. Die Behandlungsergebnisse von Operation und Bestrahlung im Hinblick auf die Heilungsraten sind sehr ähnlich - bei unterschiedlichen Risiken und möglichen Nebenwirkungen. Eine weitere Möglichkeit der Behandlung ist das Einbringen von strahlendem Material direkt in die Prostata (Brachytherapie).

Über Diagnostik und Therapie mit radioaktiven Stoffen berichtete Prof. Larisch sehr anschaulich. Die Nuklearmedizin kommt häufig dann zum Einsatz, wenn nach einer Prostatakrebs-OP irgendwo im Körper wieder Tumorgewebe nachgewachsen ist, das genau lokalisiert werden muss.  Eine wichtige Methode ist dabei die Positronen-Emissionstomographie (PET-CT) mit dem radioaktiven Molekül PSMA. Dort, wo die Radioaktivität - und also auch das PSMA - sich anreichert, befindet sich der Tumor. Dieses Molekül haben Heidelberger Forscher entdeckt. Wenn man PSMA in eine Vene injiziert, dann reichert es sich im Tumorgewebe an. Somit ist heutzutage ein PET-CT mit PSMA eine sehr aussichtsreiche Methode, um Metastasen zu lokalisieren.

Das Publikum im gut besuchten Seminarzentrum war am Ende erstaunt und begeistert über die facettenreichen Möglichkeiten der modernen Medizin, die bei Prostata-Erkrankungen möglich ist.

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