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Innere II: Klinik für Pneumologie, Internistische Intensivmedizin, Infektiologie und Schlafmedizin

Schlafmedizin: Diagnose

Die Diagnostik des „Nicht erholsamen Schlafes“ erfolgt unter Zuhilfenahme eines Ablaufschemas der DGSM mit folgenden Fragen:

  1. Liegt eine Ein- oder Durchschlafstörung und/oder eine Tagesmüdigkeit vor?
  2. Liegt ein adäquater Umgang mit dem Schlaf vor?
  3. Wird der Schlaf an den natürlichen Tag-/Nachtrhythmus angepasst?
  4. Werden schlafstörende Substanzen ( u.U. Medikamente) eingenommen?
  5. Liegt ein Symptom einer psychiatrischen, neurologischen oder internistischen Erkrankung vor?

Diese Fragen werden durch eine ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung beantwortet.
In der ersten Untersuchungsnacht werden im Schlaflabor umfangreiche Aufzeichnungen vorgenommen (Polysomnographie). Eine Polysomnographie umfasst routinemäßig folgende Aufzeichnungen:

  • EEG (Hirnströme)
  • EOG (Augenbewegungen)
  • Kinn-EMG (Aktivierung des Kinnmuskels)
  • Bein-EMG (Aktivierung des Beinmuskels)
  • Atemflussaufzeichnung
  • Atembewegung von Brustkorb und Bauch
  • Sauerstoffsättigung
  • EKG (Herzströme)
  • Körperlage
  • Aufzeichung der Schnarchgeräusche
  • Nächtliche Videoaufzeichnung des Patienten

Bei speziellen diagnostischen Fragestellungen kann die Polysomnographie noch ergänzt werden durch:

  • Capnographie (Aufzeichnung des CO2-Gehaltes in der Ausatemluft)
  • Ösophagusdruckmessung (Messung der Druckschwankungen im Brustkorb während der Atmung)
  • „Prongs-Messung“ (genauere Messung des Atemflusses)

Zur Frage der Tagesmüdigkeit werden Vigilanzteste (u.a. MSLT, Vigimar 9) vorgenommen. Bei nicht eindeutigen Befundergebnissen wird die Polysomnographie in einer zweiten Messnacht wiederholt. Zu den Standarduntersuchungen im Rahmen der Abklärung des „Nicht erholsamen Schlafes“ gehören ferner:

  • Laboruntersuchungen
  • Röntgenbild von Herz und Lunge
  • EKG
  • Lungenfunktion mit Blutgasanalyse
  • HNO-Untersuchung

In der Zusammenschau aller Untersuchungsergebnisse wird entschieden, ob bereits eine genaue Diagnose möglich ist (z.B. obstruktive Schlafapnoe) oder ob weitere Untersuchungen vorgenommen werden müssen. An diesem Entscheidungspunkt zeigt sich nun der große Vorteil des Schlaflabors des Klinikum Lüdenscheid: Es ist eingebunden in eine große Zahl von Kliniken, die mit ihren Untersuchungsmöglichkeiten konsiliarisch zur Abklärung eines „Nicht erholsamen Schlafes“ beitragen können. Dabei handelt es sich um folgende Kliniken:

  • Kardiologie (z.B. Abklärung und Behandlung von periodischem Atmen)
  • HNO (z.B. Abklärung von prädisponierenden Faktoren für eine obstruktive Schlafapnoe)
  • Neurologie (z.B. Abklärung von periodischen Beinbewegungen)
  • Psychiatrie (z.B. Abklärung einer Depression)
  • Psychosomatik (z.B. Abklärung einer psychophysiologischen Schlafstörung)

Als Beispiel sei das „periodische Atmen“ genannt: Die Ursache dieser schlafbezogenen Atmungsstörung kann eine Erkrankung des Herzens ober eine Erkrankung des Atemzentrums im Gehirn sein. Neben einer kardiologischen Untersuchung mit Echokardiographie wird eine neurologische Untersuchung und eine radiologische Untersuchung mit Schädel-MRT routinemäßig vorgenommen.

Ein akkreditiertes Schlaflabor muss in der Lage sein, auch unter Zuhilfenahme von anderen Fachabteilungen die einzelnen Schlafstörungen zu diagnostizieren.