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09.06.2017, Lüdenscheid

Ein Wunderwerk - die Atemwege

Husten hatte schon jeder von uns. Erkrankungen der Atemwege machen sich vor allem durch dieses Anzeichen bemerkbar. Husten wird durch einen Reflex ausgelöst, der dazu dienen soll, Fremdkörper oder vermehrten Schleim aus den Atemwegen hinauszubefördern. Wenn der Husten chronisch geworden ist und mit Auswurf, Atemnot und einer damit verbundenen eingeschränkten Leistungsfähigkeit einhergeht, ist eine Untersuchung beim Lungenfacharzt dringend erforderlich. Über Ursachen von Atemnot, Erscheinungsformen und Möglichkeiten einer Atemphysiotherapie berichtete Michael Deitenbach, Leiter der Abteilung Physikalische Therapie, in einem interessanten und laienverständlichen Vortrag im Rahmen der Reihe "Dienstags in den Märkischen Kliniken" in der bis auf den letzten Platz besetzten Kapelle des Klinikums Lüdenscheid.

Anhand von Modellen machte er anschaulich, wie sich Atemwege, die sich normalerweise flexibel der erforderlichen Luftmenge anpassen, durch Rauchen, Feinstaub und anderen Umweltbelastungen chronisch verengen können. Die Folge: weniger Luft kann in die Lungen und insbesondere wieder hinausgelangen - es kommt zur Atemnot.

"Die Atemwege sind das reinste Wunderwerk. Sie sind mit feinsten Flimmerhärchen ausgekleidet. Sie sorgen dafür, dass die auf ihnen liegenden Staubpartikel stets wie auf einem Förderband abtransportiert werden", erklärte Deitenbach. Das Sekret dient dabei dem Abfangen der Schmutzpartikel sowie der Krankheitserreger aus der Atemluft. Bei Atemwegserkrankungen wird das Sekret zähflüssig und der Reinigungsprozess funktioniert nicht mehr. "Medizinisch und therapeutisch kommt es darauf an, die Reizursachen der Atemwege zu klären, zu behandeln und aufzuklären, wie das Sekret verflüssigt und  die Funktion der Flimmerhärchen verbessert werden kann", fügte er hinzu. Verschiedene Therapien können  effektiv helfen, die beanspruchten Atemmuskeln zu entlasten, Hustenattacken loszuwerden und die allgemeine Fitness zu steigern. Michael Deitenbach stellte hilfreiche, atemerleichternde Techniken und Stellungen für den Alltag vor und präsentierte den höchst interessierten Besuchern unterschiedlichste Hilfsmittel zum effektiven Lösen von Schleim. Am Schluss gab es noch ausreichend Zeit und Raum für facettenreiche Fragen der Besucher an den Experten.

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