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29.05.2017, Lüdenscheid

Bewegung - der Schlüssel zu einem schmerzfreien Rücken

Fast jeder kann ein Lied davon singen. Wenn der Rücken schmerzt, dann wird  stundenlanges Sitzen auf dem Bürostuhl oder mal eben die Kiste Mineralwasser ins Auto heben zu einem Albtraum. Dabei können schon kleine Veränderungen im Alltag sowie neu erlernte Verhaltensmuster der Schlüssel zu einem schmerzfreien Rücken sein. Am Dienstag informierte Nicola Gräfe, Physiotherapeutin am Klinikum Lüdenscheid, interessierte Zuhörer in einem praxisnahen Vortrag über Ursachen für Rückenschmerzen und gab den Besuchern dabei einfache Tipps für eine rückengerechte Gestaltung des Alltags an die Hand.

Schmerzen im Rücken - das war den Besuchern des Vortrags gut bekannt. Eine Frage, die dabei wahrscheinlich vielen Gästen auf der Seele brannte: woher kommt es eigentlich, dass es mal hier und dort zwickt? Deshalb ging es zu allererst möglichen Ursachen auf den Grund. Besonders einseitige körperliche Belastungen würden sich negativ auf den Rücken auswirken. „Ein acht Stunden Bürojob, darf kein acht Stunden Sitzjob sein“, mahnte die Expertin. Neben Übergewicht, körperlicher Schwerstarbeit und Bewegungsmangel, führen immer häufiger auch psychische Belastungen, Zeitdruck und Stress zu schmerzhaften Verspannungen. „Es geht darum, dass man seinem Körper und seiner Haltung wieder mehr Achtsamkeit schenkt. Wir dürfen die Verantwortung für unseren Körper nicht abgeben“, erklärte Nicola Gräfe, die genau weiß, welche kleinen Hilfen im Alltag, neben den klassischen Tipps, dem Rücken Erleichterung verschaffen.

Bewegung ist dabei das A und O, denn ein Muskel lebt von der Bewegung. Hier lassen sich schon kleinste Veränderungen leicht in den Arbeitsalltag integrieren. So kann man beispielsweise ein Telefongespräch wunderbar nutzen, um im Büro auf und ab zugehen oder anstelle fünf Ordner auf einmal zu schleppen, bietet es sich an mehrfach zu gehen. Denn nur ein gut versorgter und durchbluteter Muskel ist in der Lage den Körper in einer aufrechten Position zu halten.

Dann wurde es praktisch. Nicola Gräfe nahm die Körperhaltung der Besucher genau unter die Lupe, denn auch richtiges Sitzen und Stehen will gelernt sein. Wer beispielsweise jeden Tag mehrere Stunden sitzt, der sollte einige Dinge für einen schmerzfreien Rücken beachten. Neben einem aufrechten Oberkörper, sollte das Becken beispielsweise immer höher gelagert sein als die Knie. Ein Keilkissen unterstützt hierbei die richtige Sitzhaltung. Darauf durften die Besucher auch prompt eine Runde Probesitzen. Zugegeben man denkt kaum darüber nach, aber auch im Stehen kann man einiges falsch machen. Damit die Freude an einem schmerzfreien Rücken aber möglichst lange anhält, sollte man auch hier an einige Kleinigkeiten denken. Es gilt: Die Brustwirbelsäule nach oben anheben, mit den Füßen hüftbreit auf dem Boden stehen, das Becken etwas aufrichten und die Knie nicht durchstrecken. „Man muss sich vorstellen, man würde eine Krone auf dem Kopf tragen“, fordert Nicola Gräfe die Besucher auf, die richtige Haltung einzunehmen. Solch alltägliche Dinge ganz bewusst neu zu erlernen war für viele der interessierten Besucher ungewohnt und eine völlig neue Erfahrung.

Zuletzt gab es Tipps für eine rückengerechte Arbeitsumgebung. Schließlich verbringt man dort viele Stunden des Tages. Es gilt immer in Höhe des Bauchnabels zu arbeiten und alle Materialien, die man zum Arbeiten benötigt, möglichst körpernah und frontal vor sich anzuordnen. Außerdem kommt es auf eine gute Beinarbeit an. „Man sollte sich immer mit dem ganzen Körper bewegen und niemals nur über die Wirbelsäule drehen oder beugen“, rät Nicola Gräfe ihren Zuhörern zum Abschluss.

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