Unternehmensverbund Märkische Kliniken GmbH

Geschichte

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Altbaubereich250

Der 1. Januar 1946 war die Geburtsstunde des Kreiskrankenhauses Hellersen, das unter ganz anderen Voraussetzungen startete, als man es heute beim Betrachten des Neubaus vermuten würde. Der Startschuß fiel in einer Zeit, in der in Deutschland ein großer Einrichtungs- und Ausstattungsnotstand herrschte.

1936: Kasernenbau in Hellersen
Die Entstehungsgeschichte geht auf das Jahr 1936 zurück, in dem die für eine Panzer-Abwehr-Einheit bestimmten Kasernen in Hellersen gebaut wurden. Diese Kasernen wurden 1943 in ein Kriegslazarett mit chirurgischer, orthopädischer und urologischer Abteilung umfunktioniert. Nach der Kapitulation verlegten die Besatzungsdienststellen weitere Abteilungen nach Hellersen: Eine kleine Innere Abteilung, eine HNO-Abteilung, eine Zahnabteilung und eine Pathologische Abteilung. Wenig später folgten eine hygienisch-bakteriologische Untersuchungsstelle des Heeres und eine neurologische Untersuchungsstation. Damit war die Aufnahmefähigkeit des Reservelazaretts bis zum äußersten ausgenutzt. Verwundete lagen mittlerweile selbst auf allen Dachböden.
                                                            
Ende 1945 gab die Militärregierung die Verwaltung des Lazaretts auf. Der Kreis Altena, der damals für Hellersen zuständig war (Lüdenscheid war eine kreisfreie Stadt), mußte die Betreuung der ca. 1.000 verwundeten Soldaten übernehmen. I
n der gleichen Zeit stieg die Einwohnerzahl des Kreises Altena durch die Zuwanderung der Heimatvertriebenen sprunghaft an. Viele von ihnen waren krank und pflegebedürftig. Auch der Gesundheitszustand der heimischen Bevölkerung wurde infolge der Nöte und Entbehrungen immer schlechter, die eintretende Wohnungsnot verschärfte die Lage zusätzlich. Krankenhausbehandlung war in vielen Fällen zwingend erforderlich, die dringend benötigten  Krankenhausbetten standen im Kreis Altena jedoch nicht  zur Verfügung. Der Kreis stand in der Pflicht, für seine Kranken zu sorgen. In dieser Bedrängnis entschlossen sich die Verantwortlichen, alle Bedenken zurückzustellen und das Reservelazarett als ziviles Krankenhaus zu übernehmen. Am 1.1.46 nahm das Kreiskrankenhaus Hellersen seine Tätigkeit auf.

Vom Wehrmachts-Lazarett zur zivilen Einrichtung
Die Umwandlung von einem Reservelazarett in ein ziviles Krankenhaus vollzog sich schnell. Während im Januar 1946 noch 755 verwundete und kranke Soldaten 114 neu aufgenommenen Zivilkranken gegenüberstanden, betrug die Zahl der Verwundeten Ende Mai nur noch 377, während die Zahl der Zivilpatienten auf 192 angewachsen war. Die Zahl der Verwundeten sank bis zum Januar 1947 auf 24, die Zahl der Zivilpatienten stieg 1947 auf durchschnittlich 520. Damit war erwiesen, daß die Einrichtung des Kreiskrankenhauses Hellersen richtig war. Die folgenden Jahre bestätigten dies in vollem Umfange. Waren 1948 noch 5335 Patienten zur stationären Behandlung aufgenommen worden, so waren dies 1956  schon 8.646 - eine Zunahme von rund 60 %.

Welche Schwierigkeiten in der Startphase zu überwinden waren, ist heute kaum noch vorstellbar. Das Wehrmachtslazarett war für zivile Zwecke zunächst völlig ungeeignet. Die Stationseinrichtungen bestanden aus alten eisernen, z.T. zweistöckigen Kasernenbetten, Spinden und Schemeln. Bettwäsche war nur spärlich vorhanden. Die Matratzen waren von schlechter Qualität, dazu verbraucht und eingelegen. Kopfkissen gab es überhaupt nicht. Die vorhandenen medizinisch-technischen Einrichtungen waren mehr als dürftig. Kurz: Es fehlte praktisch alles.
Auch die Krankenräume befanden sich zum größten Teil in einem sehr schlechten Zustand. Bis zum Jahre 1947 mußten die Gebäude viermal entwanzt werden.

Vor der Währungsreform hatten die aufgewendeten Mühen, die Zustände zu verbessern, nur wenig Erfolg. Dann aber stellten die Kreiskörperschaften in jedem Jahr erhebliche finanzielle Mittel bereit und ermöglichten die Umgestaltung der Kasernen in ein leistungsfähiges und gut ausgestattetes Krankenhaus.

1956: Zehn Fachabteilungen - 650 Betten
Nach zehn Jahren war die Umwandlung in ein modernes Krankenhaus vollzogen. Hellersen war 1956 überdurchschnittlich gut ausgerüstet, verfügte über erstklassige Operationsräume und eine sehr gute technische Ausstattung. Bei einem Krankenhaus mit 650 Betten überraschte damals die Aufteilung in zehn Fachabteilungen. Die Abteilungen wurden schnell zu einem festen, nicht mehr wegzudenkenden Bestandsteil des Kreiskrankenhauses und waren mitbestimmend für seinen Ruf.
Innere Abteilung Bei Übernahme befand sich die Einrichtung in stark abgenutztem Zustand, und auch die räumlichen Verhältnisse waren in vielerlei Hinsicht unzweckmäßig. Die Röntgenabteilung verfügte über ein veraltertes "Koch & Sterzel Halbwellengerät" und  eine "Siemens-Kugel". Auch ein kleines Laboratorium war vorhanden. 1952 wurde sie in die Innere Abteilung I mit angegliederter Tuberkuloseabteilung und die Innere Abteilung II geteilt. Die inzwischen modernisierte Röntgenabteilung wurde angegliedert. Erwähnenswert ist, daß Prof. Dr. Wedekind, dem Leiter der Inneren I, die ersten klinischen Versuche zur medikamentösen Behandlung der Lungentuberkulose mit Thiosemicarbazon übertragen wurden. Sie dienten als Grundlage für die weitere Entwicklung der Chemotherapie.
Da die Innere Abteilung im Laufe der Jahre immer weiter vervollständigt werden konnte, stand sowohl die diagnostische als auch die therapeutische Einrichtung Mitte der 50er Jahre einem Großstadtkrankenhaus in keinster Weise mehr nach.
Chirurgische Abteilung Sie war neben der Inneren die größte Abteilung des Kreiskrankenhauses. Ihre Heimat hatte sie immer in Haus IV. Auf die Spezialabteilung für Sportverletzte wird im nebenstehenden Kasten näher eingegangen. Dank der großzügigen Unterstützung der Sporthilfe konnte Haus IV zuerst ausgebaut und hergerichtet werden. Im Keller entstand eine eigene Röntgenabteilung, eine hervorragende Bäderabteilung und eine Sonderküche. Die Operationsräume mit neuer Sterilisationsanlage wurden ausgebaut und sehr schnell den Erfordernissen der modernen Chirurgie angepasst.
Urologie Nach dem Krieg und auch noch weit in die 50er Jahre hinein gab es in Deutschland relativ wenige selbständige urologische Krankenhausabteilungen. In den Jahren 46/47 wußten die Ärzte in Hellersen kaum, wie sie ihre Kranken mit den notwendigen Medikamenten versorgen sollten. Wichtige Hilfe leistete hier die englische Besatzungsmacht. Die Abteilung entwickelte sich schnell weiter und hatte schon bald auch in den umliegenden Kreisen einen guten Namen. Im Jahresdurchschnitt gab es etwa 550 Patienten. Die 32 zur Verfügung stehenden Betten reichten oft nicht aus.
Augenabteilung In den letzten Monaten des 2. Weltkrieges wurde das bis dahin in Altena stationierte Augenteillazarett zum Reservelazarett nach Hellersen verlegt. Nach dessen Auflösung erfolgte die Überführung in den Verband des Kreiskrankenhauses. Zusammen mit der HNO-Abteilung fand die Augenabteilung im 2. Stock von Haus V ihre Bleibe. Anfangs standen nur vereinzelte, veraltete Instrumente zur Verfügung, aber nach Anschaffung eines umfassenden Operationsbestecks und der Ergänzung und Erneuerung der Geräte konnte schon bald eine nahezu optimale Ausstattung vorgehalten werden.
Dermatologie Neben den schon während des Krieges vorhandenen medizinischen Abteilungen wurde das Kreiskrankenhaus u.a. noch durch eine Fachabteilung für Dermatologie ergänzt. Im Kreisgebiet verfügte kein anderes Krankenhaus über eine solche Abteilung. Die Unterbringung war zunächst mit vielen Schwierigkeiten verbunden, konnte die stetige Weiterentwicklung der Abteilung aber nicht stören. 1956 standen 16 Betten zur Verfügung. Den größten Teil der behandelten Erkrankungen machten Exzeme aus.
Gynäkologische Abteilung Eine geschlossene Fachabteilung für Geburtshilfe und Frauenkrankheiten war zunächst nicht vorhanden. Die Patientinnen wurden auf die Chirurgische Abteilung gelegt, Operationen im chirurgischen OP vorgenommen. Schließlich reichten die Kapazitäten nicht mehr aus, und es wurde im Haus V eine Fachabteilung mit 40 Betten, kleinem Kreißsaal und  Untersuchungszimmer geschaffen. 1956 wurden insgesamt 522 Patientinnen aufgenommen. 186 Kinder erblickten in Hellersen das Licht der Welt.
HNO-Abteilung Sie war zunächst in Haus I zu finden. 1946 wurden 166 Operationen durchgeführt, das verbliebene Wehrmachtsinstrumentarium war jedoch äußerst dürftig. 1947 erfolgte die Verlegung der Abteilung in Haus V. Erst nach der Währungsreform konnten langsam dringend benötigte Instrumente besorgt werden. Die Zahl der Operationen stieg von 425 im Jahre 1950 auf 675 im Jahre 1956. Im gleichen Jahr wurde ein neuzeitlicher Operationssaal gebaut.
Orthopädie Auch dieser Bereich wurde vom Wehrmachtslazarett mit übernommen. Er hatte zunächst keine abgeschlossenen Räumlichkeiten. Erst 1949 wurde eine eigene Abteilung im Haus V hergerichtet. Zu den größeren Operationen wurden die Räumlichkeiten der Chirurgie mitbenutzt. Durchschnittlich gab es pro Jahr 300 Operationen.
Neurologie Einen schweren Start hatte die Neurologie. Es fehlten im ersten Entwicklungsabschnitt eigene Räume, Schwestern, Hilfskräfte und ausgebildete ärztliche Mitarbeiter. Die Krankenzahl wuchs dabei kontinuierlich. Im Rahmen der ständig zunehmenden nervenärztlichen Beratungstätigkeit arbeitete die Neurologie eng mit dem Krankenhaus für Sportverletzte und der Chirurgie zusammen. Sie wurde zudem für ein ausgedehntes Gebiet bis hin nach Soest und Essen zur zuständigen Gutachterstelle auf dem schwierigen Gebiet der Hirnverletztenbegutachtung.
Zahnstation Als das Reservelazarett Kreiskrankenhaus wurde, stand auch ein Zahnarzt zur Verfügung. In dieser Zeit wurden sehr viele Tbc-Kranke mit außerordentlich schlechten Mundverhältnissen eingeliefert. Bei fast allen war eine totale Sanierung erforderlich. Gute Dienste leistete dabei eine aus dem Standortlazarett Baukloh gerettete Laboreinrichtung. 1952 wurde die Zahnstation in vier Räumen in Haus III untergebracht.

Fusionsgedanken
Die kommunale Neuordnung des Jahres 1969 führte innerhalb des neu gegründeten Kreises Lüdenscheid zu der Überlegung, die in kommunaler Hand befindlichen Krankenhäuser zusammenzuführen. Schon seit Beginn der 60er Jahre arbeiteten der für das Kreiskrankenhaus Hellersen zuständige Kreis Altena und die damals kreisfreie Stadt Lüdenscheid - als Träger des Stadtkrankenhauses an der Philippstraße - auf dem Gebiet des Krankenhauswesens eng zusammen. Zwischen Stadt und Kreis kam es im Jahre 1967 zum Abschluß einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung. Diese bildete die Grundlage für die Zielplanung der beiden Häuser. Es wurden schon damals zukunftsweisende Vereinbarungen über die Vorhaltung von Fachabteilungen in den einzelnen Häusern abgeschlossen.
Richtungsweisend war auch die Vereinbarung der beiden Kommunen, eine gemeinsame Zentralwäscherei einzurichten.

Planung eines "Großkrankenhauses"
m Rahmen der 1. kommunalen Neuordung wurde die Stadt Lüdenscheid zum 1. Januar 1969 in den Kreis Altena eingegliedert, der den Namen Kreis Lüdenscheid erhielt. Kreis und Stadt beschlossen im Oktober 1969 ihre gemeinsame Absicht, in Lüdenscheid-Hellersen ein Großkrankenhaus mit etwa 900 Betten zu bauen. I
n den sich anschließenden Verhandlungen stellte sich sehr schnell heraus, dass dieses Ziel nur erreicht werden konnte, wenn man gleichzeitig für die Trägerschaft im Bereich des Krankenhauswesens eine richtungsweisende Regelung fand.

Zusammenschluss
Die Stadt Lüdenscheid hatte für ihr Krankenhaus in dieser Zeit jährliche Defizite in Höhe von rund 2,5 Mio. DM abzudecken. Da das Kreiskrankenhaus Hellersen ebenfalls nicht ohne Verluste arbeitete, strebte die Stadt eine Verlagerung der Trägerschaft auf den Kreis an, um auf dem Umweg über dessen Ausgleichsfunktion (Kreisumlage) alle kreisangehörigen Gemeinden gleichermaßen an den erheblichen Belastungen im Krankenhausbereich zu beteiligen.
Kreis und Stadt gingen bei den damaligen Verhandlungen davon aus, daß das Krankenhauswesen, soweit es sich in kommunaler Trägerschaft befand, am besten  als überörtliche Aufgabe in der Zuständigkeit des Kreises angesiedelt werden solle. Es kam zur Einigung, und mit Wirkung zum 1.7.1970 übernahm der Kreis das Städtische Krankenhaus Lüdenscheid in seine Zuständigkeit.
Dies hatte zur Folge, daß kurzfristig auch eine Neuregelung des Krankenhauswesens im Lennetal erfolgen mußte, da die Lennestädte ansonsten - zu den erheblichen Zuschüssen für ihre eigenen Krankenhäuser - über die Kreisumlage auch noch für einen Teil des Zuschußbedarfs des Lüdenscheider Stadtkrankenhauses in die Pflicht genommen worden wären.
Der Kreis bot den drei Lennestädten Altena, Werdohl und Plettenberg an, ihre Krankenhäuser ebenfalls zu übergeben. Die Übernahme des Städtischen Krankenhauses Werdohl erfolgte zum 1. Juli 1970, die des Städtischen Krankenhauses Altena zum 1. Januar 1971.
In Plettenberg wurde eine Übergabe aufgrund örtlicher Besonderheiten als nicht sinnvoll angesehen. Hier wurde mit dem Kreis eine Ersatzlösung vereinbart.
Der Kreis Lüdenscheid war nun Träger von vier Krankenhäusern - Hellersen mit 540 Betten, Lüdenscheid mit 520 Betten, Werdohl mit 181 Betten und Altena mit 148 Betten.

Kreis als "Krankenhaus-Unternehmer" gefordert
Der Kreis war jetzt als "Krankenhaus-Unternehmer" gefordert. Für die Führung der vier Häuser mußte eine Organisationsform gefunden werden, die den besonderen Bedürfnissen der Krankenhäuser gerecht wurde. Ein Einzwängen in den vergleichsweise engen Rahmen der allgemeinen Verwaltung schien nicht der richtige Weg. Es mußte für die Führung eines Unternehmens dieser Größenordnung Raum für wirtschaftliche Eigenverantwortung geschaffen werden. Die Verantwortlichen des Kreises gingen bei diesen Überlegungen schon damals davon aus, dass die Krankenhäuser, unbeschadet ihres spezifischen Charakters, unbedingt nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt werden müssen.
Dieser Grundsatz prägte bereits die am 18.6.1970 vom Kreistag beschlossene Satzung für die Krankenhäuser des Kreises Lüdenscheid. Die Häuser wurden darin zu einer organisatorischen Einheit ohne eigene Rechtspersönlichkeit zusammengefaßt. Die Führung der laufenden Geschäfte oblag einer Geschäftsleitung, die aus drei Mitgliedern bestand und auf Vorschlag des Oberkreisdirektors vom Kreistag bestellt wurde.

Bestellung einer Geschäftsleitung
Die Männer der ersten Stunde waren Günther Neumann, der für die zentrale Hauptabteilung und den Einkauf zuständig war, Karl Kurz, dem die Bereiche Personal, Rechnungswesen sowie die verwaltungsmäßige Betreuung der Schulen übertragen wurden, und Hans Werner Schaumann, der sich um die Finanzen kümmerte. Dieser Geschäftsleitung wurde beim Führen der laufenden Geschäfte weitgehende Selbständigkeit eingeräumt, die Befugnisse des Kreistages und seiner Ausschüsse und die Gesamtverantwortung des Oberkreisdirektors blieben aber gewahrt. Die organisatorische Trennung der Krankenhäuser von der Kreisverwaltung war der richtige Weg. Nicht nur finanzielle Gesichtspunkte waren ausschlaggebend, sondern auch die Absicht, durch gemeinsame Trägerschaft die Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser zu verbessern und insbesondere eine gleichmäßige und optimale Krankenhausversorgung der gesamten Bevölkerung zu sichern.

GmbH-Gründung
Die gewählte Organisationsform brachte zwar erhebliche Fortschritte, konnte jedoch nicht völlig befriedigen, da sie die nötige Flexibilität für eine wirtschaftliche Betriebsführung nicht im ausreichenden Maße ermöglichte. Trotz der Installierung einer Geschäftsleitung waren immer noch im wesentlichen Umfange Dienststellen der Kreisverwaltung in die Führung der Krankenhäuser eingeschaltet. Dies führte dazu, dass es oft an der notwendigen Koordination mangelte. Dazu gesellte sich ein umständlicher Verfahrens-  und Instanzenweg. Weitere Mängel gab es im Bereich des Rechnungswesens, da die Krankenhäuser voll in den Haushaltsplan des Kreises eingebettet waren.

Dies alles führte dazu, dass sich der Kreis nach eingehenden Voruntersuchungen dazu entschloss, die Krankenhäuser zum 1.1.75 in eine Betriebs-GmbH einzubringen. Zeitgleich erfolgte mit der zweiten kommunalen Neugliederung die Geburt des Märkischen Kreises. Die Rechtsform der GmbH wurde insbesondere deshalb gewählt, weil sich hier strukturelle Vorteile ergaben. Eigentümer von Grundstücken und Gebäuden blieb im wesentlichen der Kreis, der Bewirtschaftung, Instandhaltung und Ersatzbeschaffung im Rahmen eines Pachtvertrages und eines sog. Betriebsüberlassungsvertrages der Krankenhaus-GmbH übertrug.
Die GmbH-Gründung führte zu einer völligen Herauslösung des Krankenhausbetriebes aus dem Bereich der allgemeinen Kreisverwaltung  und versetzte Geschäftsführung und Aufsichtsrat in die Lage, die Entscheidungen zu fällen, die zur Sicherung der Leistungsfähigkeit der Krankenhausversorgung und zur Erhaltung der wirtschaftlichen Grundlagen  der Gesellschaft notwendig waren.

Kurz nach Kriegsende: Blick auf den heutigen Altbaubereich unseres Klinikums.

Dermatologi250

Unter`m Dach in Haus 2: Wo heute ein Teil der Hautklinik untergebracht ist, war in Zeiten großer Not ein Krankensaal.

Toilette250

Die Toilette einer Station: Spruch an der Tür: Verlasse die Toilette, wie Du sie anzutreffen wünscht!

Krankenzimmer250

Ein Krankenzimmer kurz nach dem Krieg. Es dauerte einige Zeit, ehe die Ausstattund verbessert werden konnte.

Schwesterwohnheim250

Das Schwesternwohnheim

Kreiskrankenhaus250

Das Kreiskrankenhaus Hellersen im Jahre 1956 - Blick vóm Dach des Schwesternwohnheims.

Sterillisationsraum250

Sterilisationsraum bei Übernahme im Haus IV 1946.

Operationsraum250

Sterilisations- und Operationsraum im Haus IV 1956.

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Das ehemalige Städtische Krankenhaus an der Philippstraße.

Wiege der Sportheilstätte
stand im Kreiskrankenhaus

Seit dem 29. Mai 1970 hat das Krankenhaus für Sportverletzte Hellersen seine eigene Adresse - zuvor war es ein Teil des Kreiskrankenhauses, wo es zunächst der Chirurgischen Abteilung angegliedert und im Haus IV beheimatet war.
Entscheidend mitgeprägt wurde die Einrichtung von Chirurgie-Chefarzt Dr. Wilhelm Dunkel, der gleichzeitig ärztlicher Direktor des Kreiskrankenhauses war. Seiner vorbildlichen Pionierarbeit war es zu verdanken, daß Haus IV zu einem Begriff in der heimischen Sportwelt wurde.  Von 1946 bis 1956 fanden über 10.000 Sportverletzte aus ganz Nordrhein-Westfalen und auch darüber hinaus Aufnahme und Heilung in Hellersen. Über 8.500 Operationen wurden durchgeführt, und über 7.000 Sportler ambulant behandelt.
Die Sportheilstätte Hellersen wurde am 3. Juli 1946 auf Initiative des Zonensportrates aus der Taufe gehoben und nach Gründung der Sporthilfe e.V. am 16.11.47 unter die Trägerschaft dieser Einrichtung des Landessportbundes NRW gestellt. Man begann mit zwei Betten, aber die Spezialabteilung entwickelte sich sprunghaft, und 1956 waren es schon 130. Die Sporthilfe ermöglichte in Haus IV wertvolle Einrichtungen und Ausbauten.
Mit der Zeit wurden die vorhandenen Räumlichkeiten aber einfach zu klein, und man entschloß sich am 5. März 1960 zu einem Neubau mit 230 Betten. Am 29. Mai 1970 bezog die Sportheilstätte, die sich mittlerweile Krankenhaus für Sportverletzte nannte, ihr heutiges Domizil.

Baumaßnahmen am Kreiskrankenhaus Hellersen

1951 begann dann die Zeit der baulichen Maßnahmen. Neben einer großen Zahl von Verbesserungen, Erneuerungen, Instandsetzungen, Teilungen übergroßer Zimmer, Einbau von Bädern, Toiletten etc. seien besonders angeführt:

  • 1951 Bäder- und Massageabteilung in Haus II, Röntgenabteilung, Apotheke.
  • 1952 Wohnungen für Angestellte in Haus I und Haus V.
  • 1953 Ausbau der Küche, Neubau der Diätküche, Sterilisationsanlage Haus IV.
  • 1954 OP-Raum, Krankenaufzug, 2. Rötgenabteilung, Ambulanzräume in Haus IV.
  • 1955 Wäschereigebäude und Kraftfahrzeughalle.
  • 1956 Krankenaufzüge in den Häusern II und IV, OP-Räume in Haus V für Urologie und Gynäkologie, OP-Raum für HNO-Abteilung, Ambulanzräume für Röntgeneinrichtung, Labor in Haus II.

Ein erster Investitionshöhepunkt war der Bau des „Schwesternwohnheimes“ im Jahr 1956 mit einem Kostenaufwand von 2 Mio. DM.

Fusion der beiden
Lüdenscheider Krankenhäuser

Kreiskrankenhaus Hellersen und Stadtkrankenhaus Lüdenscheid blieben nach der Zusammenfassung unter Kreisregie zunächst noch selbständige Einheiten mit eigenen Krankenhausdirektorien. Was lag jedoch näher, als auf dem Hintergrund einer langjährigen Zusammenarbeit der beiden Häuser diese zu einer organisatorischen Einheit zusammenzuschließen und damit eine medizinische Integration herbeizuführen? 
Am  1. Januar 1973 kam es zur Zusammenfassung der Klinikbereiche Hellersen und Philippstraße zum Kreiskrankenhaus Lüdenscheid. Damit war der Weg frei, um trotz unzulänglicher Räumlichkeiten die Krankenversorgung im heimischen Raum zu weitestgehend wirtschaftlichen Bedingungen den modernen Anforderungen anzupassen.
Eine planmäßige Konzentration der Fachabteilungen im Rahmen des Möglichen, die neue Einrichtung zentraler Institute  - wie z.B. Zentrallabor, Pathologisches Institut, Zentrale Röntgenabteilung, Nuklearmedizinsiche Abteilung, Dialyysezentrale und Zentralapotheke - eine Verbesserung der Situation im patientennahen Bereich sowie die Sanierung bzw. Neueinrichtung von OP-Anlagen führten trotz der räumlichen Entfernung der beiden Bereiche dazu, dass das Kreiskrankenhaus Lüdenscheid zu einem Haus der Spitzenversorgung wurde.